Parkhaus Jahnstraße bleibt im Minus

Das städtische Parkhaus in der Göppinger Jahnstraße schreibt weiter rote Zahlen - 2011 betrug das Minus 65.000 Euro. Ein Problem sind fehlende Kurzparker. Die Gebühren sollen dennoch stabil bleiben.

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Das Parkhaus in der Göppinger Jahnstraße ist zwar gut ausgelastet, doch für die Stadt immer noch ein Verlustgeschäft. Es fehlt an Kurzzeitparkern, die Geld in Kasse bringen.  Foto: 

Die Misere für die Stadt begann im Juli vor knapp 20 Jahren. Damals wurde das Parkhaus in der Jahnstraße eröffnet. Seitdem wartet man im Rathaus auf schwarze Zahlen - bislang vergebens. Jetzt wurde im Göppinger Gemeinderat, der als Gesellschafterversammlung der Parkierungsanlagengesellschaft mbH tagte, das Ergebnis des Geschäftsjahres 2011 vorgestellt: Die Stellplätze bescherten der Stadt demnach ein Minus von 65.000 Euro. Auch die nächsten acht Jahre werden schwierig: So lange dauert es noch, bis die Stadt das Darlehen für den Bau des Parkhauses komplett zurückgezahlt hat. Mit 811.000 Euro steht die Kommune bei der Kreissparkasse noch in der Kreide. "In acht Jahren sind wir schuldenfrei. Aber so lange wird uns dieses Darlehen mit abnehmender Tendenz belasten", erklärte Göppingens Kämmerer Rudolf Hollnaicher in seiner Funktion als Parkhaus-Geschäftsführer den Gesellschaftern.

Dabei ist in der Jahnstraße schon so vieles besser geworden. Die Gesellschaft konnte in den letzten Jahren ihre Umsätze ständig steigern und ist inzwischen in der Lage, ihre Betriebskosten zu decken. Die Auslastung des Parkhauses sei 2011 wie im Jahr davor "sehr gut" gewesen, berichtete Hollnaicher. Auch die Nachfrage nach Dauerparkplätzen konnte befriedigt werden. Doch das ist schon der nächste Knackpunkt: In der Jahnstraße gibt es zu wenig Kurzparker. Die aber sind es, die Geld in die Kasse spülen - deutlich mehr Geld als die Dauerparker, die ihre Autos für eine vergleichsweise günstige Monatspauschale in dem Parkhaus oder auf dessen Außenflächen abstellen dürfen. Oberbürgermeister Guido Till warnte deshalb in der Gesellschafterversammlung vor schiefen Bildern: "Das Parkhaus in der Jahnstraße ist mit keinem anderen Parkhaus im Stadtgebiet zu vergleichen." Und die einst teuren Baukosten - unglaubliche 60.000 D-Mark pro Stellplatz - drücken zusätzlich auf die Bilanz.

Der einzige Weg ins wirtschaftliche Plus ist die Erweiterung. Durch zusätzliche Stellplätze will die städtische Gesellschaft neue Deckungsbeiträge einnehmen. Derzeit stehen 450 Plätze zur Verfügung - 220 überdacht, 230 im Außenbereich. Insgesamt nutzen 273 Dauerparker die Einrichtung in der Jahnstraße. Für die Erweiterung auf der südlich angrenzenden Fläche des ehemaligen Eissporthallengeländes gibt es schon Pläne. Die Investition wird rund 450.000 Euro kosten. Hinzu kommen Reparaturkosten im Parkhaus: Wegen des langjährigen Betriebs wird dieses Jahr der Belag im Erd- und Untergeschoss erneuert.

Eine Erhöhung der Parkgebühren kommt für die Stadt trotz der beständig roten Zahlen nicht in Frage. Zum einen wurden die Tarife erst im April vergangenen Jahres angepasst. Zum anderen achtet die Stadt streng darauf, konkurrenzfähig zu bleiben. "Da müssen wir uns an den anderen Häusern orientieren", meinte Hollnaicher.

Immerhin gab es von den Stadträten ein dickes Lob für die Geschäftsführung und deren Bemühungen, das Parkhaus für Kunden so attraktiv wie möglich zu machen. Und ein anderer Umstand macht das jährliche Minus für die Stadt wenigstens erträglicher: Der Verlust wird seit einigen Jahren von den Stadtwerken abgedeckt.

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