Olivia legt den Verkehr lahm

Heftiger Schneefall, Sturm und starke Verwehungen: Olivia hat gestern den Verkehr teilweise zum Erliegen gebracht. Die Polizei zählte 13 Unfälle. Eine Schülerin wurde verletzt, meist blieb es aber bei Blechschäden.

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Tief Olivia hat Spuren im Landkreis hinterlassen: Der Räumdienst - wie hier zwischen Bad Ditzenbach und Aufhausen - war im Dauereinsatz. Dennoch kam es zu zahlreichen Unfällen. Foto: Markus Sontheimer

Querstehende Fahrzeuge, Verspätungen im Bus- und Zugverkehr, liegen gebliebene Lastwagen, lange Staus und Räumdienste im Dauereinsatz: Olivia hat gestern die Kreisbewohner ordentlich auf Trab gehalten. Das Tiefdruckgebiet brachte dem Filstal stellenweise jede Menge Neuschnee, heftige Sturmböen mit Spitzengeschwindigkeiten von 82 Kilometer pro Stunde sorgten für starke, bis zu einem halben Meter hohe Verwehungen, berichtet Matthias Kloß von der Wetterstation Stötten.

Nach Angaben der Polizei sind in der Nacht zum Mittwoch 13 Unfälle im Kreisgebiet passiert. Schaden: rund 50 000 Euro. Meistens blieb es bei Blechschäden, berichtet Polizeisprecher Rudi Bauer. In Zell wurde eine 17-jährige Schülerin kurz vor 7 Uhr bei einem Unfall verletzt. Die Jugendliche war mit ihrem 14-jährigen Bruder zuvor aus dem Auto der Mutter auf der gegenüberliegenden Straßenseite ausgestiegen und hatte den Fußgängerüberweg auf der Göppinger Straße schon fast überquert, als sie von einem langsam fahrenden Linienbus erfasst wurde. Ihr Bruder hatte vor dem Zebrastreifen gewartet. Der 57-jährige Busfahrer hatte das Mädchen zu spät bemerkt und konnte auf der schneebedeckten Fahrbahn nicht mehr rechtzeitig abbremsen. Die verletzte Schülerin wurde in die Klinik gebracht, wo sie zur Beobachtung eine Nacht verbringen musste.

"Die Winterdienste hatten sich auf den angesagten Schnee eingestellt", sagt der Polizeisprecher. Günter Koser, Leiter des Göppinger Service-Centers des Unternehmens Regiobus Stuttgart GmbH (RBS), sieht das jedoch anders: "Die Messelbergsteige war sehr schlecht geräumt." Querstehende Fahrzeuge hätten hier ein Durchkommen der Busse verhindert, "die Schüler mussten zum Teil zur Schule hochlaufen. Da ging um 7.15 Uhr nichts mehr". Insgesamt sei es gestern morgen zu Verspätungen zwischen 20 und 30 Minuten gekommen, vor allem zwischen Uhingen und Göppingen sowie zwischen Adelberg und Schorndorf hätten die Busfahrer mit widrigen Straßenverhältnissen gekämpft, erklärt Koser. "Aber zum Glück gab es keine Unfälle", lautet sein Fazit. Ähnlich erging es den Fahrern der Firma Omnibusverkehr Göppingen (OVG): "Wir hatten auf allen Linien massive Verspätungen und teilweise Kurzausfälle. Das war schon chaotisch", berichtet OVG-Mitarbeiter Wolfgang Mühleck. Doch auch hier gingen die schneebedingten Turbulenzen glimpflich aus.

"Auf der Albhochfläche wurde auf der Autobahn schon um 2.20 Uhr die Höchstgeschwindigkeit auf Tempo 80 begrenzt und ein Überholverbot für Lkw geschaltet", schildert der Polizeisprecher ein weiteres Mittel, um schlimmere Unfälle zu verhindern. Mit Beginn der zweiten größeren Schneewelle gegen 5 Uhr seien dann alle Räumdienste der Autobahnmeistereien von Dornstadt und Kirchheim auf der A 8 im Einsatz gewesen. Zeitgleich wurde landesweit ein Überholverbot für Lastwagen mit mehr als 7,5 Tonnen auf Autobahnen ausgesprochen. Ab 6.30 Uhr mussten Gefahrguttransporte nahegelegene Parkplätze ansteuern. Gegen 7 Uhr hatte sich ein Laster an der Zufahrt zur Rastanlage Gruibingen quer gestellt und sich dabei den Dieseltank aufgerissen. Die Feuerwehr Wiesensteig rückte aus, um auslaufendes Öl abzubinden. Während sich die Lage auf der Autobahn beruhigte, kam es anschließend im einsetzenden Berufsverkehr zu zahlreichen Behinderungen an den Steilstrecken. Liegengebliebene Lastwagen bei Waldhausen und der Messelberger Steige legten den Verkehr lahm, auch auf der Strecke von Faurndau nach Rechberghausen ging nichts mehr. Zahlreiche Autos stauten sich rund um das Berufsschulzentrum an der Öde. Auf der Kreisstraße 1400 von Schnittlingen nach Geislingen war kein Durchkommen, ebenso auf der Straße von Türkheim nach Nellingen. Schneeverwehungen auf der Bundesstraße von Böhmenkirch zu den Heidhöfen forderten am späten Vormittag noch einmal die Räumdienste, berichtet Rudi Bauer.

Noch ist nicht Schluss mit dem Schnee. "Heute gibt es noch vereinzelt Niederschläge - in höheren Lagen als Schnee, in Niederungen als Regen", kündigt Matthias Kloß von der Wetterstation Stötten an. Am Freitag wird es dann deutlich milder - mit der Gefahr von gefrierender Nässe auf den eiskalten Straßen. Der Frost verzieht sich dann.

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