Offensive der Bürgerinitiative im Hallenstreit

Im Hallenstreit von Bünzwangen machen die Gegner mobil: Die Bürgerinitiative sammelt Unterschriften gegen "größenwahnsinnige Pläne", 4,5 Hektar für eine neue Halle und ein Baugebiet zu opfern.

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Luftbild von Bünzwangen: Die schraffierte Fläche rechts, von der Bürgerinitiative nach ihrem Kenntnisstand eingezeichnet, soll den Flächenverbrauch einer Sport- und Festhalle mit Baugebiet im Unteren Wasen zeigen. Foto: BIB

Im Vorfeld einer Bürgerversammlung, die für den 24. Oktober anvisiert ist, geht die Bürgerinitiative Bünzwangen (BIB) in die Offensive. Sie sammelt Unterschriften gegen die Idee von Bürgermeister Sepp Vogler, am Unteren Wasen Richtung Ebersbach eine neue Turn- und Festhalle für den Turnverein Bünzwangen nebst Hallenteil für den Turnverein Ebersbach und ein Baugebiet mit vielleicht 20 Plätzen zu schaffen. Sie will die Unterschriften dem Ortschaftsrat am 15. Oktober präsentieren und zu einer ablehnenden Haltung bewegen. "Mindestens vier" der zehn Ortschaftsräte seien bereits dagegen, weiß BIB-Sprecher Peter F. Bretz, neben den zwei BIB-Räten noch weitere. Drei fungieren auf dem Faltblatt der BIB als Annahmestelle für Unterschriften.

17 Argumente hat die BIB gegen die Hallen- und Baugebietspläne aufgelistet. Ein wesentlicher ist der "Flächenfraß": Den Landwirten werde dringend benötigte Fläche entzogen, was schon in einem "Appell der Landwirte" geltend gemacht worden sei, betont Bretz. Verloren gehe ein Naherholungsgebiet mit Kleingärten und einem Spiel- und Bolzplatz, das Landschaftsbild würde durch eine Halle von zehn Metern ausgerechnet am höchsten Punkt von Bünzwangen geschädigt, woraus auch noch "klimatische Probleme" - gestörter Luftaustausch - resultierten. Lärm und Wertminderung brächte dies den Anwohnern, darunter Zugezogene im Neubaugebiet am Stelleberg, denen man eine ruhige Wohnlage versprochen habe. Mangels ÖPNV würde sich aller Verkehr mit Pkw abwickeln, das Kanalnetz durch Flächenversiegelung belastet. Bretz argwöhnt, dass zu den zwei Spielfeldern noch ein drittes auf der Südseite der Straße nach Schlierbach hinzukommen solle. "Ist erst einmal der Anfang gemacht, ist die Stadt bei ihren weiteren Expansionsgelüsten nicht mehr zu bremsen."

Gegenvorschlag der BIB: Am alten Standort des Turnvereins Bünzwangen ein Bürgerhaus mit Festsaal, Schul- und Vereinssporthalle zu bauen. Das sei unproblematisch.

Bretz rechnet mit 400 Unterschriften, mehr als bei der ersten Aktion vor Jahren, die sich gegen ein Baugebiet am Stelleberg richtete, das dann nur zu einem Drittel Wirklichkeit wurde. Besonderheit: Unterschreiben darf man schon ab 16, "weil 16-Jährige schon ein gewisses kommunalpolitisches Verständnis haben", meint Bretz.

Bürgermeister Sepp Vogler hält "überhaupt nichts" von der Aktion: "Je mehr versucht wird zu zementieren, umso eingeschränkter sind die Lösungsmöglichkeiten." Am Ende komme vielleicht gar nichts zustande. Man rede im Moment nur über Optionen, es sei nichts weiter als eine Option, was er als Ideallösung sieht: den Platzbedarf der Turnvereine Bünzwangen und Ebersbach an einem Standort zu lösen. Dass der Flächenverbrauch von Sportgelände und Baugebiet "größenwahnsinnig" scheine, "mag aus Sicht von Bünzwangen so sein." Aber: Er sei Bürgermeister der Gesamtstadt Ebersbach, und ihm sei auch Zuwanderung wichtig, nachdem Ebersbach in zwölf Jahren 800 Einwohner verloren habe. Mit Bauland am Unteren Wasen und den Alt-Standorten der Turnvereine Bünzwangen und Ebersbach könne man dem entgegenwirken - und so auch Geld für die Halle erzielen.

Dass der Landwirtschaft Fläche verlorenginge, ist für Vogler ein notwendiges Übel: "Für die Ziele, die wir erreichen wollen, sagen wir: Es ist der richtige Weg."

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