Niemand überlebt die Verschleppung

Über Generationen hinweg bestanden gute Geschäftsbeziehungen zwischen jüdischen Viehhändlern und christlichen Bauern. So war das auch bei Adolf, dem Vater von Julius Regensburger. 1881 war Julius in der Sauerbrunnenstraße auf die Welt gekommen.

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1912 kaufte die Maschinenfabrik Louis Schuler das Anwesen, riss es ab und erweiterte ihr Firmenareal. Der Viehhändler zog um in die Pfarrstraße. Kurz vor Ende des Ersten Weltkrieges verstarb Adolf Regensburger. Sein Sohn taucht erst wieder 1927 im Adressbuch der Stadt auf. Was er in der Zwischenzeit gemacht hat, ist nicht bekannt.

Auch später gibt es nur wenige Einblicke in das Leben von Julius Regensburger. Er bezog in der Querstraße 16 über der Gaststätte "Blumenstrauß" ein Mansardenzimmer. Im Sommer 1938 musste er ausziehen. Julius Regensburger hatte eine kaufmännische Ausbildung gemacht und betrieb seit 1909 ein Geschäft für Öl- und Fetthandel.

Er blieb unverheiratet, hatte keine Familie zu ernähren und doch beeinträchtigten die nationalsozialistischen Maßnahmen seine Tätigkeiten so stark, dass er kaum mehr von seinem Geschäft leben konnte. Regensburger hatte bald Geldsorgen. Schließlich musste er sich am 28. November 1941 in der Schillerschule in Göppingen mit weiteren Juden einfinden. Keiner dieser Deportierten überlebte die Verschleppung nach Riga.

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