Nicht mehr Gewalt durch Egoshooter

Der Arbeitskreis Schulewirtschaft war zu einem Vortrag in die Agentur für Arbeit in Göppingen eingeladen. Thema: "Süchte und Internet".

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Der Suchttherapeut Markus Hahn vom Diakonischen Werk in Göppingen informierte die Teilnehmer in der Agentur für Arbeit über "Neue Süchte ums Internet und ihre Auswirkungen auf Schule und Ausbildung". Hahn arbeitet beratend und therapierend im Bereich von Alkoholabhängigkeit und Süchten bei Glücksspielen und neuen Medien.

Die Zuhörerschaft wurde in die Welt der neuen Medien und die Gefahr der Abhängigkeiten eingeführt. Suchtverhalten sei bei Computerspielen, Websurfen, Einkaufen im Internet und beim Chatten beobachtbar. Da die meisten Arbeitskreis-Teilnehmer das Jugendalter schon lange hinter sich gelassen haben, war das Interesse an der Welt der Computerspiele groß. Hahn berichtete, dass allein das Echtzeitspiel "World of Warcraft" rund sechs Millionen Mitspieler vorweisen kann, die hierfür monatlich Spielgebühren zahlen müssen.

Unter den Online-Spielen gibt es Rollenspiele, die Gruppenaufgaben mit bis zu 100 Personen beinhalten. Der Spieldruck auf den einzelnen Spieler ist groß, da die Gruppe für die Lösung der Aufgaben jeden einzelnen Spieler benötigt. Folge davon sind nächtliche Spielstunden und morgens übermüdete Schüler.

Das Vorurteil, dass Egoshooter-Spiele die Gewaltbereitschaft von Jugendlichen erhöhen würde, konnte Hahn nicht bestätigen. An diesen Schießspielen seien zu 98 Prozent Männer beteiligt. Frauendominiert seien dagegen die Handyspiele. Das Fernsehen habe vergleichsweise an Attraktivität verloren. Es sei eindimensional, da keine Kommunikation mit anderen Spielern stattfinde. Jugendliche seien suchtgefährdeter als Erwachsene, da sie neugierig sind und über eine geringere Lebenserfahrung verfügen.

Bei der Suchtprävention spielten neben den Schulen vor allem die Eltern eine wichtige Rolle. Nur Eltern könnten die Spielzeiten der Kinder kontrollieren und einschränken. Beobachten Eltern bei ihren Kindern, dass es zu Schlafstörungen kommt, der Elan in der Schule nachlässt und sie das Interesse an Begegnungen mit Freunden verlieren, könnten dies erste Anzeichen von Missbrauch am Computer sein.

Wolfgang Schäffer, Vorsitzender des Arbeitskreises Schulewirtschaft, bedankte sich beim Gastgeber, der Agentur für Arbeit in Göppingen und bei Hahn für den Vortrag.

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