Neues Musikjahr fängt gut an

Vielversprechender Auftakt eines neuen Musikjahres: Der Kammerchor Capella Nova, das Kammerorchester Nota Cambiata und Solisten beeindruckten in Faurndau mit Bach und Scarlatti.

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Es war ein Neujahrskonzert im doppelten Sinne - schließlich fielen der allererste Auftritt der Ensembles im neuen Jahr und der Neujahrstag zusammen. Dazu passte das ehrgeizige Programm mit Weltlichem und Geistlichem: Johann Sebastian Bachs Orchestersuite Nr. 3 in D-Dur wurde vermutlich extra für einen feierlichen Anlass komponiert und schloss daher perfekt an das Festen und Feiern des vergangenen Abends an. Von diesem Pfeiler aus bildete die weihnachtliche "Cantata Pastorale" von Bachs italienischem Zeitgenossen Alessandro Scarlatti mit ihren opernhaften Zügen eine sinnige Brücke zum zweiten Werk Bachs, dem "Magnificat".

Mit drei feierlichen Trompetenstößen setzt die namenlose Suite ein, die wie ihre drei anderen Geschwister daher auch einfach nach dem ersten Satz, nämlich der Ouvertüre, genannt wird. Zarte Geigentöne kommen hinzu, immer wieder akzentuieren die Trompeten die Themen. Die berühmte Air ist allein den Geigen vorbehalten und klingt wunderschön. Drei kurze Tänze folgen, sie sind rasend schnell und rhythmisch betont.

Zur Nota Cambiata kommen die Capella Nova und Sopranistin Gundula Peyerl hinzu. Scarlattis Pastorale hat einen völlig anderen Charakter als Bachs weihnachtliche Kompositionen. Sie setzt mit einem Geigensolo ein, Peyerls klarer Sopran kommt hinzu, im Gegensatz zu ihrem Kollegen Hans-Jörg Mammel merkt man ihr die Erkältung der vergangenen Tage nicht mehr an. Scarlatti macht die kleine Stiftskirche, in der sich das Publikum drängt, fast vergessen; klangvolle Arien erinnern eher an ein Opernhaus - üppige italienische Weihnacht eben.

Carolin Mann (Mezzospran), Sibylle Kamphues (Alt), Hans-Jörg Mammel (Tenor), Marek Reichert (Bass) und Querflöten kommen zu Bachs "Magnificat" hinzu. Ensembleleiter Gerald Buß legt Instrumentalisten, Chor und Sängern weiterhin ein enormes Tempo auf, das den Chor mitunter an die Grenzen führt. Durchgehend eindrücklich wird aber der lateinische Text zum Klingen gebracht. Die Niedrigkeit der Magd ist dann gar nicht mehr so bodenlos und mit dem Wort "alle" sind wirklich ganz und gar und ausnahmslos alle gemeint. Innig gerät das verschlungene Duett "Et misericordia" von Alt und Tenor, prägnant das gemeinsame "fecit potentiam" von Chor und Orchester, und der Hunger wird im Altsolo wirklich gestillt. Anrührend und einfach wunderschön klingt es, als sich Sopran, Mezzosopran und Alt zusammentun, und das "Ehre sei dem Vater" wird mächtig ausgefaltet. Mit einem leisen Amen haucht sich das "Magnificat" aus.

Das Publikum wusste die Aufführung zu schätzen. Die Zugabe, die es unbedingt haben wollte, bekam es aber nicht zu hören. Stattdessen wünschte Buß durch den Beifall hindurch ein "gutes neues Jahr." Zumindest musikalisch hat sich dies in der Faurndauer Stiftskirche mit diesem Konzert schon erfüllt.

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