Neuer Schlagabtausch über Architektur des „ZUM“

Das Projekt „Zentrum Untere Marktstraße“ (ZUM) sorgt im Gemeinderat weiter für Diskussionen.

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„Ritterburg“ oder gelungene Architektur für den Bereich untere Marktstraße? Dieser Entwurf hat nicht nur Fans.  Foto: 

Dem Vorstandschef der Kreissparkasse, Dr. Hariolf Teufel, war es in der jüngsten Sitzung des Göppinger Gemeinderats vorbehalten, die Wogen ein wenig zu glätten. „Es ist letztlich eine Geschmacksfrage. Darüber lässt sich immer trefflich streiten“, sagte er und meinte die nach wie vor umstrittene Architektur des geplanten „Zentrums Untere Marktstraße“ (ZUM).

Die Kreissparkasse ist der Investor des Projekts, mit dem das Bahnhofsviertel im Bereich Marktstraße/Geislinger Straße weiter an Attraktivität gewinnen soll. Demnächst soll der Gemeinderat den Auslegungsbeschluss für den notwendigen Bebauungsplan fassen.

Am Donnerstagabend wurde das Bauvorhaben im Gemeinderat vorgestellt. Bereits im Technischen Ausschuss im Juli hatte es harsche Kritik an den Plänen gegeben. Auch diese Woche ließ mancher Stadtrat kaum ein gutes Haar an der Architektur des  Gebäudes. Vor allem die im Obergeschoss gegliederte Fassade stößt bei manchen auf Ablehnung. „Mit dieser Form der Fassade können wir so nicht einverstanden sein“, sagte CDU-Stadtrat Achim Fehrenbacher, der allerdings nur für einen Teil seiner Fraktion sprach.

Auch Jürgen Schaile (FDP/FW) konnte sich nicht für die Pläne begeistern. In der Stadt  machten Begriffe wie „Schießscharten“ und „scheußlich“ die Runde.  Doch auch in seiner Fraktion gehen die Meinungen auseinander. Der Fraktionsvorsitzende Klaus Rollmann etwa bemängelte, dass der  – in der Sitzung anwesende – Architekt Volker Kurrle „hier die Ohren voll kriegt“, obwohl doch mit dem Projekt der Kreissparkasse endlich die notwendigen großflächigen Handelsflächen in der Innenstadt geschaffen würden. „Der Gemeinderat sieht sich als Souverän der Architektur. Er setzt einen Gestaltungsbeirat ein, dem er aber dann auch wieder nicht traut“, schimpfte Rollmann.

In der Tat sieht der Gestaltungsbeirat der Stadt die Pläne, die noch einmal überarbeitet worden waren, positiver als mancher Stadtrat. Wie zufrieden das Gremium mit dem Entwurf ist, wird sich am kommenden Montagnachmittag zeigen, wenn der Gestaltungsbeirat ab 15 Uhr öffentlich im Kleinen Sitzungssaal des Rathauses tagt und sich erneut mit dem Projekt beschäftigt.

Eins machte die Gemeinderatssitzung am Donnerstag trotz der kritischen Aussagen einiger Stadträte aber auch deutlich: Der Architektur-Streit scheint an Wucht zu verlieren. Nicht nur SPD, Linke und Grüne sandten einigermaßen klare Signale aus, nach denen davon auszugehen ist, dass der Gemeinderat dem Vorhaben keine größeren Steine mehr in den Weg liegen wird.

Michael Freche machte in der Debatte auf ein anderes Problem aufmerksam. Dieses hat zwar nicht direkt mit dem Entwurf des „Zentrums Untere Marktstraße“ zu tun, der Freche auch nicht gefällt, dürfte aber mit ein Grund für manche Architektur-Diskussion sein. Man müsse sich fragen, meinte der Piraten-Stadtrat, ob sich für manchen Bürger die Stadt Göppingen aufgrund der vielen Bauprojekte nicht zu schnell verändert.

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