Neue Strafkammer für Landgericht Ulm

Das Landgericht Ulm bekommt eine neue Strafkammer, genauer: die 3. Große Straf- und Jugendkammer. Vorsitzender Richter ist Wolfgang Tresenreiter.

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Schon seit Jahren moniert das Landgericht Ulm, zu dessen Bezirk auch der Kreis Göppingen gehört, eine mangelhafte Personalsituation. Fälle drohen lange liegen zu bleiben oder ganz zu kippen. Die Strafjustiz gerate vor allem im Bereich der erstinstanzlichen Strafsachen immer wieder in Bedrängnis, umreißt Lutz-Rüdiger von Au, Präsident des Landgerichts, die Situation.

Nun dürfte sich die Lage zumindest entspannen. Nachdem bereits vor einem Jahr das Land die Personalausstattung in den Ulmer Strafkammern mit einer zusätzlichen Richterstelle respektive einer Hilfsstrafkammer verbessert hatte, bekommt das Landgericht einen weiteren Vorsitzenden Richter. Die neuen Stellen sollen laut Landgericht vor allem die Großen Strafkammern (zuständig für Straftaten, bei denen mehr als vier Jahre Freiheitsstrafe zu erwarten sind) und das Schwurgericht (zuständig bei Mord und Totschlag) entlasten. Darum wurde die 3. Große Straf- und Jugendkammer als weitere ständige Strafkammer eingerichtet. Dies soll gewährleisten, dass erstinstanzliche Strafverfahren in Haftsachen zeitnah verhandelt werden.

Den Vorsitz der Kammer hat Wolfgang Tresenreiter (48). Er ist seit 2002 Strafrichter beim Landgericht Ulm und bereits seit Jahren beisitzender Richter im Schwurgericht und in der 2. Großen Strafkammer. 2012 wurde er zum Vorsitzenden Richter ernannt. Er war zuletzt Vorsitzender der 1. Kleinen Strafkammer (zuständig für Berufungen gegen Strafurteile der Amtsgerichte) und der im Vorjahr 2014 eingerichteten Hilfsstrafkammer.

Tresenreiters Nachfolger ist Dr. Tobias Mästle (42). Er war bislang Erster Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Ulm. In die Gegenrichtung wechselte Anfang Mai Richter Stefan Adamski (43). Bereits im Mai des Vorjahres waren die Amtsrichter Heiko Griesinger (41/Göppingen) und Michael Lang (40/Ulm) zeitweise der Hilfsstrafkammer zugeteilt. Beide Juristen waren bis vor kurzem noch Vorsitzende des Schöffengerichts bei ihren Amtsgerichten. Seit Mai verstärken sie die Ulmer Strafkammern nun voll.

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