Neue Schulen - alte Gräben

Viele Schulleiter, Bürgermeister und das Kultusministerium sehen in den Gemeinschaftsschulen ein Zukunftsmodell. Die CDU-Landtagsabgeordneten im Kreis finden, diese Schulen seien "nicht der große Renner".

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Sind Gemeinschaftsschulen ein Zukunftsmodell oder ein Beleg einer unausgegorenen Bildungspolitik? Im Kreis gehen die Meinungen auseinander. Foto: Archiv

Zwei Wochen, nachdem die Gemeinschaftsschulen ihre Anmeldezahlen meldeten, könnten die Einschätzungen über die neuen Schulen im Kreis unterschiedlicher nicht sein. Die Werkrealschulen in Bad Boll und Süßen werden zu "Starterschulen". Bad Boll hat 57 Anmeldungen geschafft - und liegt damit an dritter Stelle unter den 16 Starterschulen im Regierungsbezirk Stuttgart. Süßen verzeichnet 32 Anmeldungen.

Dagegen haben die meisten Werkrealschulen im Kreis einen dramatischen Einbruch zu verzeichnen - ein halbes Dutzend kann künftig keine eigene Fünferklasse mehr bilden. Nicht zuletzt deshalb setzen manche Gemeinden darauf, bald ebenfalls eine Gemeinschaftsschule zu bekommen. Das gilt, wie Bürgermeister Karl Vesenmaier bestätigte, auch für Wäschenbeuren, wo nur sieben Kinder die Werkrealschule besuchen wollen.

Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer (SPD) sieht in der großen Resonanz auf die neue Schulart ein Zeichen dafür, "dass die Eltern die Gemeinschaftsschule als soziale und leistungsstarke Schule akzeptieren". Auch die Schulleiter in Bad Boll und Süßen sehen der neuen Schulart zuversichtlich entgegen. Der Leiter des staatlichen Schulamtes in Göppingen, Hans-Jörg Polzer, meint: "Die Gemeinschaftsschulen können auf stabile Verhältnisse bauen". Polzer glaubt: "Gravierende Auswirkungen auf den grundsätzlich anzunehmenden Trend in Richtung Gymnasium und in Bezug auf die Haupt- und Werkrealschulen sind nicht festzustellen". Polzer spricht angesichts der heftigen Bildungsdiskussion von Verunsicherung der Eltern.

Die beiden CDU-Abgeordneten im Landkreis Göppingen, Nicole Razavi und Dietrich Birk sehen dagegen in den Anmeldezahlen einen Beleg dafür, dass die Gemeinschaftsschulen "nicht der große Renner" seien. "Die Eltern sind völlig verunsichert", meinen auch Birk und Razavi laut einer Pressemitteilung. Die Zahlen belegten, so die Abgeordneten, dass Eltern und Schüler die Gemeinschaftsschule nicht für die bessere Alternative halten. Auch die Realschulen würden durch die unnötigen Diskussionen beschädigt. Harsche Kritik übt Razavi an der Vorgehensweise der Landesregierung: "Kommunen und Schulleiter werden mit dem Argument, entweder die Gemeinschaftsschule wird eingeführt oder der Schulstandort hat keine Zukunft, geradezu erpresst und gegeneinander ausgespielt."

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