Neue Schulart bleibt gefragt

Einen Tag nach der Anmeldefrist für weiterführende Schulen zeigen erste Zahlen, dass sich die neuen Gemeinschaftsschulen im Kreis gut zu entwickeln scheinen. Werkrealschulen bleiben aber unter Druck.

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Unterricht in der Bad Boller Heinrich-Schickhardt-Schule. Diese Gemeinschaftsschule im Voralbgebiet konnte die Zahl der Anmeldungen für die fünfte Klasse noch einmal deutlich steigern. Foto: Giacinto Carlucci

Einen offiziellen Überblick wollte das Staatliche Schulamt Göppingen gestern noch nicht veröffentlichen. Doch am Tag nach Ablauf der Anmeldefrist für die weiterführenden Schulen zeigten gestern die ersten erfragten Zahlen: Die Trendumkehr bei den Werkrealschulen scheint im Landkreis Göppingen nicht zu gelingen. Dagegen sind die bereits bestehenden Gemeinschaftsschulen offenbar weiter gefragt.

Den Vogel schießt dabei die Heinrich-Schickhardt-Schule in Bad Boll ab. Auf 82 Anmeldungen ist die Zahl dort geklettert. "Tendenz steigend", freut sich Rektor Thomas Schnell. In den kommenden Wochen könnten noch Anmeldungen hinzu kommen. Bei einigen Viertklässlern läuft noch das Beratungsverfahren. Manche anderen Eltern haben eventuell den Termin versäumt und melden ihre Kinder noch nach. Gegenüber dem Vorjahr verzeichnet die Bad Boller Gemeinschaftsschule damit aber schon jetzt 18 Anmeldungen mehr. "Ich glaube dass die Eltern die Gemeinschaftsschule bereits schätzen und anerkennen", ist Thomas Schnell überzeugt.

Zufrieden ist auch Steffen Lonczig, Leiter der Süßener J.-G.-Fischer-Gemeinschaftsschule. Mit 36 Anmeldungen ist hier das Vorjahresergebnis leicht übertroffen worden. Die Zweizügigkeit ist damit in Süßen gesichert.

Dagegen ist man im Nachbarort Salach eher "ernüchtert", wie Schulleiter Wolfgang Bögner von der Staufeneckschule einräumt. Die Salacher sind ebenfalls auf dem Weg zur Gemeinschaftsschule. Die derzeit 23 Anmeldungen sind aber deutlich weniger als die angepeilten 30, die für eine Zweizügigkeit gebraucht werden. Auch wenn in den nächsten Tagen noch einige Anmeldungen eingehen sollten, müsse man davon ausgehen, dass die Zahl nicht erreicht wird, sagt Bögner, der in den vergangenen Monaten für die neue Lernform geworben hatte.

Die Gründe für diese Diskrepanzen der Gemeinschaftsschulen innerhalb des Landkreis sehen Experten in den unterschiedlichen Schullandschaften. Die Bad Boller Schule kann das ganze Voralb-Gebiet abschöpfen und hat keine Realschule als unmittelbare Konkurrenz. Im Filstal sieht das ganz anders aus. Dort liegen die Süßener und die künftige Salacher Gemeinschaftsschule auf engem Raum und haben auch noch Realschulen in der Nachbarschaft. "Die Eltern wählen im Zweifel derzeit noch eher das Bewährte als das Neue," schlussfolgert der Salacher Schulleiter. Dennoch geht er davon aus, dass Salach trotz Unterschreitens der 30-Kinder-Grenze mit der Gemeinschaftsschule starten kann und in den kommenden Jahren "mit der Leistung überzeugt". Gespannt sei er auch, wie viele Kinder im Laufe des Schuljahres hinzukommen, weil sie auf der Realschule überfordert sind.

Spannung herrscht auch bei vielen Werkrealschulen, ob der Abwärtstrend weiter gehen wird. Mit Zahlen sind die Schulleiter noch zurückhaltend. Die Haierschule in Faurndau ist jedenfalls mit nur 12 Anmeldungen nocheinmal etwas abgerutscht, hofft jetzt auf Nachzügler. In Ebersbach, wo ebenfalls heftig um die künftige Schullandschaft gerungen wird, sind nach NWZ-Informationen an der Hardtschule gerade mal sieben Anmeldungen eingegangen. Dabei hatten 37 Ebersbacher Kinder eine Werkrealschul-Empfehlung.

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