Neue Runde im Tierpark-Streit

Der Streit die Existenz des Göppinger Tierparks spitzt sich zu. Morgen beraten die Göppinger Lokalpolitiker erneut über den Zwist. Anwohner kündigen an, massiv gegen den Bebauungsplan vorzugehen.

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Der Göppinger Tierpark ist bei Besuchern sehr beliebt - politisch bleibt er aber ein heißes Eisen. Vor allem die Nachbarn fühlen sich belästigt und fürchten, ausgebootet zu werden. Seit Jahren tobt der Kampf um die Anlage, deren Bauten über Jahrzehnte zum Großteil ohne Genehmigung errichtet worden waren. Ein Bebauungsplanverfahren sollte den Konflikt bereinigen und die Zukunft der Einrichtung sichern. Doch bisher ist eher das Gegenteil passiert.

Eine Anwohnerin erhebt jetzt Vorwürfe gegen die Stadt Göppingen. Vor allem kritisiert sie in einem Schreiben, das auch den Gemeinderäten auf den Tisch flatterte, dass die Stadt zwar im Jahr 2008 ein Gutachten des damaligen Stuttgarter Rechtsreferendars Friedrich Witte in Auftrag gegeben, dann aber nie öffentlich präsentiert hat. Das Gutachten sei von der Verwaltung "unter Verschluss gehalten worden", so vermutet die Anwohnerin, weil es kritische Aussagen über die Zukunft des Tierparks macht - und weil es die jahrzehntelangen Versäumnisse der Stadtverwaltung auflistet. Außerdem kritisiert die Frau, dass der "der illegale Zoo, der immer noch keine gültige Zoogenehmigung hat, in einen rechtssicheren Zustand übergeführt werden soll".

Die Stadt setzt darauf, dass alle in jüngster Zeit in Auftrag gegebenen Gutachten zu dem Ergebnis kommen, dass die Geruchs- und Lärmemissionen unter den Grenzwerten bleiben, wenn die Auflagen eingehalten und der Tierbestand deutlich reduziert wird. Mit dem Bebauungsplan will die Stadt auch einige Verbesserungen erreichen, etwa Lärmschutzwände, eine Verlegung des Eingangs und eine bessere Reinhaltung des durch den Park fließenden Storzenbachs.

Für die baurechtliche Absicherung des Mini-Zoos braucht die Stadt auch eine Änderung des Flächennutzungsplans. Über die dazu eingegangenen Bedenken und Anregungen beraten morgen die Göppinger Lokalpolitiker im Ausschuss und am nächsten Donnerstag im Plenum. Beunruhigen könnte die Stadträte ein Satz aus dem Umweltbericht: "Es ist nicht auszuschließen, dass sich im Laufe des Bebauungsplanverfahrens herausstellt, dass der Konflikt planungsrechtlich nicht bewältigt werden kann und der Tierpark am bisherigen Standort aufgegeben werden muss".

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