Neue Einkaufsmeile in Göppingen

Die Stuttgarter Straße in Göppingen verändert ihr Gesicht: Die Firma Aldi baut an der Einmündung der Schaufflerstraße einen Discounter. Auch die Pläne für die "Staufers Markthalle" sind weit gediehen.

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Die Stuttgarter Straße zwischen Göppingen und Faurndau mausert sich mehr und mehr zur Einkaufsmeile: Nahe der Sternkreuzung betreibt die Lebensmittelkette Kaufland einen großen Markt (früher "Schleckerland"). Etwas weiter westlich, an der Einmündung der Schaufflerstraße, baut Aldi derzeit einen neuen Discounter, der nach Angaben der Stadtverwaltung Ende August/Anfang September eröffnet werden soll. Und auf Höhe der Querspange Pfingstwasen, schräg gegenüber der Aral-Tankstelle, will die Konsumgenossenschaft Göppingen in Kürze ihr Projekt "Staufers Markthalle" in Angriff nehmen. Wie Matthias Füchtner, der geschäftsführende Vorstand der Konsumgenossenschaft, gestern auf Anfrage der NWZ betonte, soll die in einem ehemalmaligen Fabrikgebäude untergebrachte "Markthalle" zu Ostern 2013 ihre Pforten öffnen.

Dass es um das Vorhaben in den vergangenen Monaten in der Öffentlichkeit ruhig geworden war, hängt mit den komplizierten Verhandlungen zusammen, die zwischen Stadt und Gebäudeeigentümer sowie zwischen Stadt und Konsumgenossenschaft geführt werden mussten. Doch jetzt stehen alle Vertragsentwürfe, in denen es um die Erschließung und die erlaubten Sortimente des neuen Verkaufsmarkts geht. Eva Noller, die Leiterin des Göppinger Stadtplanungsamts, spricht von einem "Durchbruch", der "in guter Zusammenarbeit aller Beteiligten" erzielt worden sei. Der morgen stattfindenden - nichtöffentlichen - Gemeinderatssitzung, in der die rechtlichen Vereinbarungen endgültig beschlossen werden sollen, sieht man im Rathaus einigermaßen gelassen entgegen. Zwar wollen die Grünen morgen noch einige Änderungswünsche anmelden - zum Beispiel, was die Randsortimente betrifft, die in der "Markthalle" zugelassen werden sollen. Doch Stadtplanerin Noller ist zuversichtlich, die Sorge zerstreuen zu können, dass an der Stuttgarter Straße eine zu große Konkurrenz für andere Geschäfte im Stadtgebiet entsteht.

Wie aus den nichtöffentlichen Beratungsunterlagen hervorgeht, die unserer Zeitung vorliegen, beträgt die Verkaufsfläche des neuen Staufers-Markts 1300 Quadratmeter. Weitere 300 Quadratmeter innerhalb der "Markthalle" sollen - aufgeteilt auf sechs Zonen - für Verkaufsstände regionaler Anbieter vorbehalten bleiben. Nebensortimente dürfen dabei jedoch nicht mehr als zehn Prozent der insgesamt 1600 Quadratmeter einnehmen.

Im Eingangsbereich des Staufers-Markt sollen weitere 100 Quadratmeter für den Verkauf reserviert werden. Je nachdem, welche Mini-Betriebe die Konsumgenossenschaft für diese Fläche auswählt, könnten hier zum Beispiel frische Backwaren oder Blumen angeboten werden. Oder ein Friseur oder eine Apotheke werden angesiedelt. Im Obergeschoss der "Markthalle" soll es darüber hinaus Platz für Büros geben. Hier können sich die Planer im Rathaus zum Beispiel eine kleine Versicherungsagentur oder einen Steuerberater vorstellen.

Für die Experten in der Stadtverwaltung ist es wichtig, dass die Verbindungswege rund um die "Markthalle" öffentlich genutzt werden können und der Markt über zwei Eingänge verfügt - einen auf der rückwärtigen Seite, wo 120 Parkplätze vorgesehen sind, und einen auf der Vorderseite an der Stuttgarter Straße. Vor allem für das Wohngebiet Reusch, das sich nördlich anschließt, soll die "Staufers-Markthalle" die Nahversorgung sicherstellen. Staufers-Chef Matthias Füchtner sprach gestern von einem "guten Standort mit Anschluss an die B 10". Die Konsumgenossenschaft Göppingen sei ein "regionales, modernes und bodenständiges Unternehmen", das in der Stuttgarter Straße ein "tolles Konzept" umsetzen wolle. Dass das Projekt, das vom Göppinger Architekten Klaus von Bock geplant und von der Göppinger Werbeagentur Danker Moretti vermarktet wird, überhaupt zustande komme, sei der "Offenheit der Stadt" zu verdanken, meinte Füchtner gestern.

Im Rathaus gibt man das Kompliment gerne zurück. Schließlich hat sich die Konsumgenossenschaft in einer besonderen Vereinbarung mit der Stadt Göppingen bereit erklärt, für ihre beiden "Nah & Gut"-Märkte am Faurndauer Hirschplatz und an der Nördlichen Ringstraße eine Bestandsgarantie abzugeben. So wird der Lebensmittelmarkt in Faurndau für mindestens sechs Jahre ab der Eröffnung der Markthalle weiterbetrieben, das Geschäft am Göppinger Nording, dessen Umsatz seit 2005 kontinuierlich sinkt, für mindestens vier Jahre.

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