Naturschützer: Kein Großwild im Tierpark

Die privaten Naturschützer im Kreis Göppingen wollen dem Bebauungsplan für den Göppinger Tierpark nur unter dem Vorbehalt zustimmen, dass bestimmte Tierarten künftig nicht mehr gehalten werden.

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Die Servale haben im vergangenen Jahr Nachwuchs bekommen. Fünf Tiere leben derzeit im Göppinger Kleinzoo. Foto: Archiv/Carlucci

Die Suche nach einer Lösung für den Göppinger Tierpark beschäftigt nun auch den Landesnaturschutzverband, Arbeitskreis Göppingen. Die darin zusammengeschlossenen Naturschützer nehmen Stellung zum Bebauungsplan. Mit dem Planverfahren will die Stadt Göppingen wie berichtet den seit Jahrzehnten andauernden baurechtlichen Schwebezustand des Parks beenden und ihn auf sichere Beine stellen.

Die Naturschützer begrüßen zwar die mit dem Umbau verbundene ökologische Aufwertung des Geländes, weil beispielsweise der Storzenbach aus der Verdohlung geholt werden soll. Bedenken haben sie aber bei der Tierhaltung. Die Naturschützer stimmen dem Bebauungsplan deshalb nur "unter Vorbehalt" zu. Die Mitglieder lehnen die Haltung exotischer Großwildarten, Raubkatzen, Schleichkatzen, Bären, Wölfen und Luchsen in dem Tierpark ab, wie es in einer schriftlichen Stellungnahme heißt.

Tierpark-Chef Heiko Eger versteht die Aufregung nicht. Von dieser Auflistung sei beim aktuellen Tierbestand lediglich der schwarze Panther betroffen, der sehr alt ist und im Tierpark sein Gnadenbrot bekomme. Das habe er aber bereits im Zusammenhang mit der vor etwa zwei Jahren erteilten Zoogenehmigung deutlich gemacht. Das sei von der Behörde toleriert worden, weil der Zoo keine Ersatzbeschaffung der Großkatzen anstrebt.

Alle anderen Tierarten seien von dieser Beschreibung nicht betroffen, sagt Eger. Die Servale, von denen derzeit fünf Exemplare im Tierpark leben, seien als Kleinkatzen einzustufen. Dromedare seien eindeutig Haustiere und kein Großwild. Den Kängurus stehe ausreichend Platz zur Verfügung. Bei den Mantelpavianen habe der Tierpark schließlich auch eine gewisse Verantwortung findet Eger, denn es sei nahezu ausgeschlossen, eine Ersatzunterbringung zu organisieren, die den Tieren gerecht werde. Eger betont, ihm sei bewusst, dass die angesprochenen Tierarten künftig wohl nicht mehr gehalten werden können. Das strebe der Trägerverein aber auch nicht an.

Unterdessen fordern Anwohner weiterhin, den Tierpark zu verlegen, anstatt ihn baurechtlich zu genehmigen. "Die Lösung des bestehenden komplexen Konflikts, der seit Jahrzehnten besteht, kann nur die Verlegung des Tierparks an einen Ort sein, wo Tiere ihrem natürlichen Bewegungsdrang nachkommen können, wo das Wohl der Tiere im Mittelpunkt steht und wo der gesetzlich geregelte Mindestabstand von 100 Metern zwischen Tierhaltung und Wohnbebauung eingehalten wird", findet eine Anwohnerin aus der Schickhardtstraße. Das alles sei am derzeitigen Standort des Zoos nicht gegeben. Daran ändere auch der Bebauungsplan nichts, er schaffe nur neuen Konfliktstoff.

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