Nahverkehr fit machen

In Ebersbach fand ein Sondierungsgespräch für das untere Filstal zur Erarbeitung eines Nahverkehrsplans statt. Dieser bestimmt die Entwicklungsziele des ÖPNV für die kommenden Jahre.

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Um Pünktlichkeit gehts beim Thema Nahverkehr auch: Bürgermeister Sepp Vogler (li.) und Kreisverkehrsplaner Jörg-Michael Wienecke. Foto: Sandra Thurner

Die öffentlichen Sondierungsgespräche dienten der Vorbereitung der Regionalkonferenz für den Raum Ebersbach-Uhingen-Albershausen-Schlierbach: Problempunkte, Anregungen und Ziele des künftigen Nahverkehrsplans, den der Landkreis erarbeiten will, wurden zur Diskussion gestellt und durch Fachbeiträge ergänzt. Bürgermeister Sepp Vogler sagte einleitend: "Wir wollen den öffentlichen Nahverkehr im Landkreis verbessern und für neue Zielgruppen attraktiver machen." Diese Aufgabe sei allerdings komplex und kompliziert, da unterschiedliche Spannungsfelder harmonisiert werden müssten. Häufig seien die differenten Ansprüche und Wünsche schwer finanzierbar, so Vogler.

Jörg-Michael Wienecke, Verkehrsplaner vom Amt für Mobilität und Verkehrsinfrastruktur im Göppinger Landratsamt, erläuterte: "Wir müssen den ÖPNV fit machen für die Zukunft." Der Nahverkehr im Landkreis solle sich - im Hinblick auf die Ökobilanz - zu einer echten Konkurrenz zu anderen Verkehrsmitteln entwickeln. "Wir möchten vermehrt Umsteiger auf die Systeme Bus und Bahn generieren", so Wienecke. Um den Blick von außen zu schärfen, habe man einen Gutachter beauftragt. Der letzte Nahverkehrsplan geht auf das Jahr 1999 zurück. Die Erarbeitung eines zukunftsfähigen Verkehrsangebotes für 2018 berge Chancen und Risiken. Flexible Modelle wie Car-Sharing, Social Mobility, Rufbusse und Sammeltaxen wurden in ihrer Wechselwirkung auf das System ÖPNV diskutiert.

Die Bedienung der Ortsteile sei bisher suboptimal, räumte Wienecke ein. Auch die VVS-Teilintegration des Landkreises verlange nach neuen Lösungen, beispielsweise für den Tagestourismus. Außerdem existiere bei der jungen Generation eine Werteverschiebung: Der Daimler vor der Tür werde zunehmend unwichtig. Das attraktive Ausgehen in den Städten werde stattdessen wichtiger. Der Ebersbacher Volker König gab zu bedenken: "Die Busse hören dann auf, wenn die Party beginnt." Er forderte innovative, phantasievolle Lösungen. Vermehrt Geld in die Parkplätze am Bahnhof zu investieren, sei sicher nicht der Trend.

Verkehrsplaner Wienecke nannte einige konkrete Änderungen: Die Filslandkarte werde es in Zukunft nicht mehr geben. Sie sei technisch anfällig und werde durch eine neue, anders gestaltete Mobilitätskarte ersetzt. Unter Berücksichtigung von Stuttgart 21 werde der Regionalexpress voraussichtlich weiter in Ebersbach halten. Die Schülerbeförderung wurde ebenfalls diskutiert. Man wolle in die Tasche greifen, um möglichst gute Bedingungen für die Schüler zu schaffen, so Vogler.

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