Nachtfahrverbot nützt Göppingen

Die Stadt Göppingen fühlt sich am stärksten betroffen vom Durchgangsverkehr auf der B 297 - und betrachtet das Nachtfahrverbot als guten Ansatz. Der Landkreis spricht von einem ersten wichtigen Schritt.

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Viereinhalb Kilometer lang sind die innerörtlichen Strecken der B 297 in Göppingen und Bartenbach - mit dem entsprechenden Schwerlastverkehr, zu dem auch Mautschleichverkehr gehören dürfte. An der Strecke liegen Schulen und Schulwege, die Albert-Schweitzer-Schule und die Bartenbacher Schule mit ihren Einzugsgebieten, ferner die Barbarossa-Thermen, der Tierpark oder die Wilhelmshilfe in Bartenbach. So schildert Fachbereichsleiter Helmut Renftle die Situation. Und: "Der Lkw-Verkehr hat zugenommen." Vor diesem Hintergrund bezeichnet Renftle das ab April geplante Nachtfahrverbot für den überörtlichen Schwerlastverkehr als "ersten Schritt und guten Ansatz", um die Belastung zu verringern. Allerdings sieht er die Situation ähnlich wie die Bürgermeister der Schurwaldgemeinden: "Was bleibt, ist: Tagsüber kann man nicht mit einer Entlastung rechnen. Wir haben den Lärm, auch die Verkehrssicherheit spielt eine Rolle" - wegen der genannten Einrichtungen entlang der Strecke.

Wo das Nachtfahrverbot beginnt, ist noch nicht im Detail besprochen, sagt Renftle. Er denkt, dass es an der B 10-Ausfahrt Göppingen-West in der Öde logisch wäre. Wie groß die Entlastung wird, wisse man nicht. Klar sei aber: "Jeder Lkw, der nachts nicht fährt, ist eine Verbesserung. Das geht in die richtige Richtung."

Erleichtert ist er, dass das Nachtfahrverbot auf den Schwerlastverkehr über zwölf Tonnen begrenzt wurde. Ursprünglich habe das Konzept des Regierungspräsidiums auf den gesamten Lkw-Verkehr ab 7,5 Tonnen gezielt. Die Stadt sieht sich hier ebenso berücksichtigt wie bei der Einschränkung auf den Transitverkehr. "Das ist uns wichtig wegen unserer Fuhrunternehmer", sagt Renftle. Für sie gilt das Nachtfahrverbot nicht, erlaubt sind Anfahrten in einem Umkreis von 75 Kilometern. Vorerst nicht erfüllt ist die Forderung der Stadt, auch die Querung über den Aasrücken bei Hohenstaufen einzubeziehen. Dort gebe es bereits heute einen gewissen Ausweichverkehr, weiß Renftle. Dieser sei zwar nicht sehr groß, aber jeder Brummi, der die kurvige Strecke nach Hohenstaufen hochschnauft, stelle eine Behinderung auf der Strecke und eine Belästigung im Ort dar. "In der Spitzkehre blockiert ein Lkw die Strecke", verdeutlicht Renftle. Die Stadt Göppingen drängt deshalb auf ein komplettes Durchfahrtsverbot ab zwölf Tonnen, so wie es auf anderen Strecke über den Schurwald auch gelten soll. Aber er hat die Hoffnung, dass es noch kommt. Nachrangig aus Göppinger Sicht sei das Durchfahrtsverbot, das auf der Schurwaldstrecke Faurndau-Schorndorf verhängt werden soll. "Davon sind wir nicht sonderlich berührt", sagt Renftle, "ich habe da auch keine Klagen gehört." Ganz neu seien Lkw-Sperrungen auch nicht. Auf der Strecke Faurndau-Rechberghausen gelte das schon seit Jahren.

Auch Kreisverkehrsplaner Jörg-Michael Wienecke hat die Strecke durch Hohenstaufen noch auf der Liste - ebenso wie die B 466 von Süßen nach Böhmenkirch. Ihn plagt die Sorge, dass sich Lkw-Verkehre auf Ausweichstrecken nach Osten verlagern könnten. Er vertraut auf die Zusicherung der Regierungsbehörde, dass noch nachgebessert werden könne, wenn es die Situation erfordere. In etwa einem Jahr soll es eine Nachprüfung geben. Es gelte natürlich auch abzuwarten, welche Zugkraft der Tunnel in Schwäbisch Gmünd entwickele. Wienecke denkt bei der B 466 an ein Nachtfahrverbot, analog zur B 297. Dass dort diese Beschränkung kommen soll, findet er einen ganz wichtigen Schritt.

Offen ist noch, ob die Kontrollen ganz bei der Polizei liegen oder auch der städtische Vollzugsdienst von Göppingen aktiv werden darf. Renftle wünscht sich das.

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