Nabu beklagt den Glastod von Vögeln

Negative und positive Beispiele im Bezug auf den Schutz von Vögeln, die durch Glas an Bauten oder Wartehäuschen zu Tode kommen, treiben den Vorsitzenden der Nabu-Ortsgruppe Göppingen um.

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Für Vögel ungefährlich: Ein umgerüstetes Buswartehäuschen mit Streifen in Hohenstaufen.  Foto: 

Nach Schätzungen der Vogelwarte Sempach in der Schweiz sterben an einem einzigen Tag in Europa 240.000 Vögel, weil sie sich den Hals brechen an modernem Architekturglas an Bauten aller Art. Dr. Wolfgang Rapp, Vorsitzender der Ortsgruppe Göppingen des Naturschutzbundes (Nabu), schätzt, dass allein im Bereich der gesamten Stadt Göppingen pro Tag 20 Vögel einen völlig unnötigen Tod sterben müssen, weil das moderne durchsichtige Glas für sie nicht erkennbar sei. Wenn man das hochrechnet, kämen pro Jahr etwa 6000 Vögel ums Leben - eine gigantische Zahl.

Rapp sagt, dass er als Nabu-Vorsitzender von Bürgern angerufen werde: "Bei uns an der Bushaltestelle liegen tote Vögel. Was können wir da machen?" Dabei sei die Sache gar nicht so kompliziert, man müsse nur Verantwortung übernehmen und schon bei der Planung berücksichtigen, dass es Möglichkeiten gebe, "diesen völlig unnötigen Vogeltod und die Verluste mit einfachen Mitteln zu verhindern". Rapp nennt als positives Beispiel den Rhönkreis, der seine Buswartehäuschen mit gepunktetem Siebdruck ausgestattet hat. Dadurch könne ein Vogel erkennen, dass er nicht durchfliegen könne. Denn besonders gefährlich sei es für Vögel, wenn das Häuschen vor einer Hecke, vor Büschen oder Bäumen stehe, weil ein Vogel hier an freien Flug denke, es aber eine tödliche Falle sei.

Beispielsweise stehe vor der Bürenhalle in Wäschenbeuren ein schönes Wartehäuschen, dessen Klar-Glas aber von Vögeln nicht zu erkennen sei. Bürgermeister Karl Vesenmaier zeigte sich auf Nachfrage erstaunt: "Bis jetzt sind dort noch keine toten Vögel entdeckt worden", was Hausmeister Thomas Bucher bestätigt. "Aber wir werden das beobachten. Sollte sich herausstellen, dass Vögel sterben, wäre das für uns keinerlei Problem nachzurüsten." Man arbeite beim Natur- und Landschaftsschutz mit einem Wäschenbeurener Mitglied des Nabu zusammen und behalte den Vogelschutz im Auge. Vor der Jugendherberge in Hohenstaufen hat die Stadt Göppingen nach längeren Verhandlungen letztes Jahr das Wartehäuschen umgerüstet, das nun für Vögel keine Gefahr mehr darstellt. Die Stadt hat in einem Schreiben mitgeteilt, dass sie in Zukunft nur noch Wartehäuschen mit Vogelschutzglas aufstellen wolle. Auch Maitis soll in diesem Jahr noch umgerüstet werden.

Insgesamt ist jedoch Rapp nicht zufrieden mit den Bürgermeistern im Kreis, in deren kommunaler Verantwortung eine Umrüstung oder ein Neubau liege. "Die Bürgermeister sind noch zu zögerlich. Es werden wunderschöne Gebäude gebaut mit Häuschen davor, aber bei ein paar hundert Euro für den Vogelschutz klemmt's." Die Bürgermeister hätten alle die Info-Broschüre durch den Landkreis zugeschickt bekommen, geschehen sei jedoch kaum etwas. Es gehe dabei vor allem um drei Maßnahmen: um Verglasung mit Siebdruck anstatt Klar- Glas, Entspiegelung der Scheiben und um eventuelles Anbringen von Begrünung oder von Vorhängen. Die Kreissparkasse Göppingen habe dies schon in der Planungsphase 2012 bei der Neuverglasung des Hochhauses im Zuge der Sanierung der Hauptstelle in Göppingen vorbildlich umgesetzt und dafür Geld in die Hand genommen. Da eine Vogelzugroute von der Landmarke Hohenstaufen über Göppingen ins Randecker Maar führt, sei dieser Schutz für die Vögel besonders wichtig.

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