Musikinstrumente sind unnötig

Wozu braucht man Instrumente, wenn es solche Stimmen gibt? Sechs junge Männer, die sich "MAcappella" nennen, ersetzten am Freitag im Kulturhof Erpfenhausen ein ganzes Orchester "nur mit dem Mund".

|
Diese sechs Herren rissen das Erpfenhausener Publikum zu Begeisterungsstürmen hin und verursachen Gänsehaut: MAcappella. Foto: Claudia Burst

Total ausverkauft war das Konzert von "MAcappella" am Freitagabend im Kulturhof Erpfenhausen. Ausverkauft sind auch bereits beide Zusatzkonzerte im Februar. Wer steckt hinter diesem Namen? MAcappella, das sind Daniel Schmid, Gerrit Illenberger, Jan Jäger, Jens Schauz, Nicolas Köhler und Sebastian Jäger. Alle gerade mal 18 bis 23 Jahre alt und aus dem Landkreis Heidenheim. Und alle gesegnet mit einer grandiosen Stimme und viel Musikalität. Damit rissen sie in Erpfenhausen das Publikum regelrecht von den Stühlen vor Begeisterung.

Optisch brav im schwarzen Anzug und weißen Hemd inszenierten die Jungs Pop- und Rockhits inklusive dazugehöriger Begleitinstrumente wie Gitarre, Bass, Schlagzeug oder - wo passend - auch Posaune oder Mundharmonika. Alles "mundgemacht" - mit Stimme, Zunge, Lippen, Gaumen, Luft. Wozu braucht man Musikinstrumente, wenn es solche Möglichkeiten gibt, schien sich manch einer der Zuhörer zu fragen.

Mit jugendlichem Charme nahm die "Boygroup" sowohl die älteren Semester als auch die jungen Fans sofort für sich ein. Romantik pur füllte den Kulturhof bei Songs wie "Breakfast at Tiffanys", "Only you" oder "Yesterday". Ganz toll kamen auch deutsche Lieder von den "Prinzen" oder humorvolle eigene Songs wie "Nicos Romanze" an.

Die Boygroup hatte neben ihren fulminanten Stimmen und ihrer Ungezwungenheit noch mehr drauf: fröhliche, unkomplizierte Überleitungen, kleine Gags am Rande, immer mal wieder choreografische Einlagen. Dass ihnen selbst vor allem der Spaß an ihrer Musik wichtig ist, war zu spüren und diese gute Laune schwappte von Anfang an aufs Auditorium über.

Zum Repertoire der Vollblutmusiker, die auf lokaler Ebene schon Hallen mit vielen Hunderten von Fans füllen, gehört auch klassische Musik von Bach über Beethoven bis Debussy. Sie suchen sich für ihr Zwei-Stunden-Repertoire aus, was ihnen gefällt. Selbst wenn es eigentlich nicht a-cappella-geeignet ist. Dann machen sie es einfach dazu.

Absolut umwerfend waren vor allem "The Lion sleeps tonight" und Michael Jacksons "Billy Jean". Obwohl die sechs von Anfang an auf hohem Niveau sangen, konnten sie sich bis hin zur letzten Zugabe steigern. Elton Johns "Can you feel the love tonight" verursachte schließlich Gänsehaut-Feeling pur.

Lang anhaltender Applaus inklusive Füßetrampeln.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Göppinger „Brezeltaste“ gerät schon in die Kritik

Das Kurzparken in der Hauptstraße ist kurz nach der Einführung bereits wieder ins Gerede gekommen. Außerdem sind nächtliche Verkehrsrowdys vielen in Dorn im Auge. weiter lesen