Musikanlage gibt Geist auf

Das Haus der Jugend in Göppingen soll nach dem Willen des Gemeinderates ein Vielfalts- und Kulturhaus werden. Eine entsprechende technische Ausstattung wird teilweise durch unsere Aktion finanziert.

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Dienstag, 17 Uhr - das Jugendcafé des Hauses der Jugend in der Dürerstraße in Göppingen öffnet. Zahlreiche Kinder und Jugendliche können es kaum erwarten, bis Harald Moll die Türe aufschließt. Sie sind Stammgäste, kennen sich aus und so steuert Ömürcan, einer der rund 50 Jugendlichen, die ihre Dienstagabende regelmäßig im Jugendcafé gemeinsam verbringen, zielstrebig auf die Musikanlage zu und sucht sich die passende Musik aus.

Der Elfjährige ist nämlich begeisterter Breakdancer. Die Anlage, die das Jugendcafé beschallt, ist aber deutlich älter als die meisten Besucher des Jugendhauses. "Sie ist ungefähr 20 Jahre", vermutet Moll und "funktioniert nur noch teilweise". Veranstaltungen, wie sie nach einem vom Göppinger Gemeinderat im Herbst beschlossenen Konzept zur Umwandlung des Jugendhauses in ein Vielfalts- und Kulturhaus eigentlich im Jugendhaus stattfinden könnten, sind mit der museumsreifen Ausstattung nicht durchzuführen. Denn Geld floss mit dem Beschluss nicht.

"Es wurde kein Cent für das Kulturhaus bewilligt", bedauert Jürgen Braungart, der Leiter der Einrichtung des Vereines Göppinger Jugendheim. "Wir müssen uns jedes Mal das Equipment ausleihen", stellt Moll fest. Und das kostet viel Geld - Geld, das aber nicht da ist. "Wir brauchen eine aktuelle Mediengrundausstattung", bekräftigt dann auch Braungart. So gebe es "im ganzen Haus keinen Beamer. Der ist heute aber Standard".

Die Verstärkeranlage muss zumindest in Teilen ersetzt und modernisiert und es müssen Mikrofone beschafft werden. "Dann können wir auch einmal einer Schulband eine Plattform für einen ersten Auftritt bieten", so Braungart. Oder zu einer Hip-Hop- oder Breakdance-Veranstaltung oder einem Kleinkunstabend einladen. Denn langfristig soll das seitherige Jugendcafé im Erdgeschoss des Jugendhauses in einen Multifunktionsraum umgestaltet werden, der eben Raum für ganz unterschiedliche Aktivitäten bietet.

Die jungen Besucher der Einrichtung interessiert dies nur am Rande. Sie sind glücklich, wenn sie sich dienstags und freitags und ab und zu an Samstagen im Jugendhaus treffen können. Zwischenzeitlich sind es Jugendliche "jeden Bildungsniveaus, die zu uns kommen", freut sich Harald Moll. Waren es noch vor einigen Jahren überwiegend Haupt- und Realschüler, "kommen jetzt regelmäßig auch Gymnasiasten und Studenten. Sie haben bei uns die Möglichkeit, in gegenseitigem Respekt ihre Freizeit gemeinsam zu verbringen", betont Moll. An den anderen Abenden, an denen das Jugendhaus geschlossen ist, "langweilen wir uns zu Hause", stellt Helin fest. Auch Melissa und Medina sind Stammgäste im Haus der Jugend. Sie "chillen, reden mit Freunden, machen Quatsch oder spielen Billard". Die beiden Schülerinnen engagieren sich zudem noch als Schülerpaten in der "Grotte".

Aus dem Spendentopf der "Guten Taten" soll die neue Medienausstattung des künftigen Vielfalts- und Kulturhauses mit 2 500 Euro gefördert werden.

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