Musikalische Späße mit den Stumpfes

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Mal locker-cool, mal voller Inbrunst, fast immer augenzwinkernd: Herrn Stumpfes Zieh- und Zupfkapelle bot im Uditorium unterhaltsam-skrupellose Hausmusik.  Foto: 

So um die 500 im Schnitt ziehen sie immer. Und Uhingen lag im Schnitt. Mit 500 Zuhörern im Saal war die große Halle im Uditorium nahezu randvoll.

Eine schief und schräg – nomen es omen – über der Bühne aufgehängte Leuchttafel kündigte den Auftritt von Herrn Stumpfes Zieh- und Zupfkapelle an. Die schwäbisch kalauernde Kultband machte am Samstagabend auf ihrer Tournee „Heut nemma und morga net glei“ in Uhingen Halt – ein Motto, das sich Manfred „Manne“ Arold, Michael „Flex“ Flechsler, Marcel „Selle“ Hafner und „Benny Banano“ Jäger, die blödelnden Barden von der Ostalb und Protagonisten skrupelloser Hausmusik bereits früh zu eigen und nun zum Programm gemacht haben. Man wolle keine Hektik aufkommen lassen, wirkte Flex beruhigend aufs Publikum ein. Wozu auch. Nach mehr als 25 Jahren  Bühnenerfahrung sind die Stumpfes und ihr Publikum zwar ruhiger und cooler, aber noch lange nicht müde geworden. Noch immer sorgen sie mit urigen, geistreichen Eigentexten und geliehenen Melodien und dem urschwäbischen Schalk im Nacken für gekonnte Unterhaltung, immer hin- und herpendelnd zwischen philosophischen, nachdenklichen und hintergründigen Allerweltsthemen.

Witze kann man auch singen. Nur blöd, dass sich Benny keine Witze merken kann. Benny: „Ich kann mir nicht mal merken, was ich spielen soll.“ Erstaunte Pause. Und dann: „S‘ war ein Witz!“

Die Bühne sieht aus wie eine Musikalienhandlung in Stumpfes gemütlichem Wohnzimmer. So um die 30 Musikinstrumente. Nach jedem Titel folgt ein fliegender Instrumentenwechsel. Sie sind brillante Musiker. So fünf bis acht Instrumente beherrscht Jeder. Singen kann auch jeder. Zu viert sogar a-cappella, wobei sie hoffen, dass das Publikum musikalisch sei und ein Grundverständnis vom Tamburinspiel habe oder wenigstens Waldorfschüler dabei sein mögen. Sie singen vom ultimativen Berufstipp „Muggagitterma“, einem. der „Muggagitter na macht“, und von „Bäsles Hochzeit“, wo das Essen noch fetter war als die Braut. Alles Melodien zum Mitklatschen und Mitswingen. Benny Trompete ist verstopft. „Da steckt ebbes dren. Blos ed neigugga. Igittigittigitt!“ Aber Vorsicht: Trompeter und Kreisläufer im Handball sind immer leicht beleidigt. Am Ende gelingt es Benny und Co. dann doch den Sade-Hit „Smooth Operator“ zum Lied vom „coolen Trompeter“ und „schwulen Verkäufer“ umzufunktionieren. Den Carl Douglas-Hit „Kung-Fu-Fighting“ wandelt „Manne“ zum sich outenden „Kung-Fu-Feigling“ um. Dann singen alle gemeinsam mit dem Saal dem Benno und der Angela aus Sparwiesen noch ein Geburtstagsständchen. Weil jetzt Pause ist darf ein Gästebuch für Einträge durch die Reihen wandern. Und weil die Leute drunten vor der Bühne gewiss Hunger haben, schleudert „Flex“ verpackte Vesperbrote ins Publikum. Bier gibt’s keines. Nicht einmal Brote mit Bierschinken.

Ohne Durchhänger geht’s in bekannter Manier weiter. Auf Französisch mit „J’aime les filles“ (Ich liebe die Mädchen). Singen darf Benn. Weil der mal einen Citroen fuhr. Und Spanisch mit „I kanns nemme heera“ (Im Original „Guantanamera“). Bei „Caravan“ kommen gehört fast alle 30 Musikinstrumente zum Einsatz.

Dann wäre nach über zwei Stunden eigentlich Schluss. Dreimal noch gibt’s akustischen Nachtisch. Einer davon ist das von „Selle“ zubereitete „Linsengericht“, die heimliche schwäbische Nationalhymne.

Album „Sehr sogar“ ist die elfte Studio-CD von „Stumpfes“. Die meisten der  13 „skrupellosen“ Lieder spielen sie  auch in ihrem aktuellen Bühnenprogramm. Zum Jahresende sind die Stumpfes am 30. Dezember nochmals in der Stadthalle Aalen zu hören. Und zum Auftakt ins neue Jahr gastieren sie am 13. Januar in Nürtingen.

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