Musikalisch zur h-Moll-Messe geladen

Obwohl der Titel "Werkstattkonzert" Unfertiges impliziert, gerieten in der Stiftskirche Faurndau Musik und Wort zum nachvollziehbaren Ganzen.

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Feiert sein 25-jähriges Bestehen: der Kammerchor Capella Nova unter Gerald Buß. Am 30. Juli steht Bachs h-Moll-Messe auf dem Programm.  Foto: 

Vor der Aufführung von Bachs h-Moll-Messe am 30. Juli beim Sommerfestival auf Schloss Filseck präsentierte Kirchenmusikdirektor Gerald Buß den Zuhörern mit seinem Kammerchor Capella Nova eine Werkstattfassung dieses größten Bach-Werkes. So konnte die Komposition wissenschaftlich beleuchtet und die besondere Kompositionstechnik mit ihrer ausgeklügelten Zahlensymbolik dem Publikum nahegebracht werden. Dazu hatte Buß Pfarrerin Katharina Rilling für den theologischen und Ulrike Albrecht für den musikwissenschaftlichen Part eingeladen. Simon Fröstl begleitete sicher und zuverlässig den Chor am Orgelpositiv.

Der Chor sang in Ausschnitten aus den wichtigsten Teilen des Werkes, um einen Vorgeschmack auf das gesamte Werk zu geben.

Bei der h-Moll-Messe handelt es sich um Bachs letztes großes Vokalwerk und seine einzige Komposition, der das vollständige Ordinarium des lateinischen Messetextes zugrunde liegt. Dem Typus ist die h-Moll-Messe eine "Missa solemnis", die aus 18 Chorsätzen und 9 Arien besteht. Zunächst komponierte Bach eine Missa aus Kyrie und Gloria, später stellte er im üblichen Parodieverfahren der Barockzeit die übrigen Sätze aus Kantaten und anderen Werken zusammen.

Gerald Buß hielt sich in seiner Auswahl der Beispiele an den Originalverlauf der Missa und brachte immer wieder skizzenhaft einige Takte, manchmal auch etwas längere Passagen zu Gehör, sodass die Zuhörer die Musikbeispiele mit den geistlichen und musikwissenschaftlichen Ausführungen in gute Verbindung bringen konnten. Der Chor bewegte sich durch die Teile der Missa - immerhin sind es noch drei Wochen bis zur eigentlichen Aufführung - bereits mit erstaunlicher Sicherheit und großer Ausdrucksfähigkeit. Es ist nicht einfach, Bachs bedeutendstes Werk für die Zuhörer in der Weise aufzuschließen, dass die Ausführungen nicht zu verkopft wirken, jedoch gelang es Katharina Rilling und Ulrike Albrecht, die richtige Balance zu finden.

Musik und Wort gerieten zu einem nachvollziehbaren Ganzen, sodass dieser Abend für viele sicher eine Einladung war, sich das Konzert in der Göppinger Oberhofenkirche, das vom Kammerorchester Nota Cambiata begleitet wird, in seiner Gänze anzuhören.

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