Musik überwindet Grenzen Straßensozialarbeit in Göppingen wird mit Event-Mobil unterstützt

Kultur- und Medienarbeit ist ein wichtiger Aspekt der Straßensozialarbeit. Das eigene Event-Mobil eröffnet den MitarbeiterInnen von "Future - Jugendberufshilfe" dabei ganz neue Möglichkeiten.

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"Nicht jeder Treffpunkt ist ein Brennpunkt", bekräftigt Hänsi Weiss. Im Jugendtreff "Future Jugendberufshilfe" der Bruderhausdiakonie ist er im Auftrag der Stadt Göppingen als Straßensozialarbeiter engagiert und mit den Verhältnissen in der Stadt bestens vertraut. Weiss, der sich selbst als "Berufsjugendlichen bezeichnet, kennt 800 Jugendliche mit Vornamen. Auf einem Stadtplan im "Future" sind zudem alle Orte mit einem Fähnchen markiert, an denen sich Jugendliche in der Stadt treffen. Weiss weiß deshalb, dass es oft Langeweile ist und das Fehlen einer sinnvollen Beschäftigung, das dazu führt, dass Jugendliche auffallen, für manchen Erwachsenen zum Problem werden.

Der 47-Jährige will sie aber nicht aus dem öffentlichen Raum verbannen. "Kinder und Jugendliche gehören zum Stadtbild dazu", bekräftigt Andrea Groeneveld, bei der Bruderhausdiakonie zuständig für die Straßensozialarbeit. Vielmehr müsse den Jugendlichen an den Orten, die ihnen wichtig sind, eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung angeboten werden. "Dann werden sie anders erlebt. Das ist ein Mehrgewinn nicht nur für die Jugendlichen", ist sie überzeugt. "Immer schon bildete auch die Kultur- und Medienarbeit für und mit jungen Menschen, also Theater-, Musik- und Kulturprojekte einen wichtigen Kern unserer Arbeit", fährt Hänsi Weiss fort. Dafür braucht es aber eine entsprechende Ausrüstung. Die musste sich das "Future" bislang immer ausleihen. Jetzt wird aus dem Spendenaufkommen der "Guten Taten" ein Event-Mobil mit 8600 Euro unterstützt werden. Der Anhänger, den die Jugendlichen selbst außen entsprechend gestaltet werden, enthält neben einer Licht- und Musikanlage und einer transportablen Bühne auch einen Beamer und eine mobile Leinwand. Es kann also selbst Theater gespielt, Musik gemacht und Filme geschaut werden.

Analog zu den Stadtoasen, die jüngst im Rahmen des Innenstadtforums 2030 vorgestellt worden waren, werden Plätze kurzfristig mit Leben gefüllt werden. Dies wird mit dem Event-Mobil ganz spontan organisiert werden können und kann dank der technischen Ausrüstung in kürzester Zeit realisiert werden.

Mit dem Event-Mobil will das "Future" aber auch Jugendgruppen zusammen bringen, die sich sonst nicht treffen würden, die sich vielleicht sogar ablehnend gegenüber stehen. Gerade Musik eigne sich dazu bestens. Denn "Musik ist Jugendmilieu übergreifend", weiß Katrin Stange, ebenfalls Straßensozialarbeiterin bei "Future". Das Event-Mobil wird auch an Jugendräumen und in Schulen Station machen und trage so zur stärkeren Vernetzung der Jugendarbeit bei. Gleichzeitig ermögliche es niederschwellige, aufsuchende Beratungsangebote.

Das Konzept des Event-Mobils "baut auf der langjährigen sozialpädagogischen Erfahrung der MitarbeiterInnen von Future-Jugendberufshilfe, der Erfahrung in der Kultur- und Eventarbeit, die die MitarbeiterInnen mitbringen", erklärt Gerhard Rademacher, der Leiter der Einrichtung.

Info Die Bruderhaus Diakonie beschäftigt 3500 Mitarbeiter, die wohnortnahe, fachlich differenzierte und personenzentrierte Angebote gewährleisten. In 14 Landkreisen Baden-Württembergs ist sie regionaler Sozialdienstleister für rund 9 000 Menschen. Das Angebot umfasst Ausbildung, Arbeit, Begleitung, Beratung, Förderung, Pflege, Seelsorge, Therapie und Wohnen. Weitere Infos unter www.bruderhausdiakonie.de

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