Musical Stonehenge: Drache frisst kiloweise NWZ

Nach intensiven Proben freuen sich 350 Beteiligte auf das Musical Stonehenge. Morgen dürfen die Besucher mit  Merlin in die Anderswelt abtauchen.

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„Werden Wiesen wieder grün, werden jemals Rosen wieder blüh’n?“ Das Volk beklagt mit großen Gesten die verbrannte Erde. Probenszene aus dem Musical Stonehenge.  Foto: 

Bitte um absolute Ruhe, dass wir einmal gescheit proben können“, bittet Annette Voigtländer und schiebt wie zur Bekräftigung noch ein lautes „Psssch“ hinterher. Dann folgt dramatische Musik, das Volk schaut gen Himmel, beklagt mit großen Gesten die verbrannte Erde: „Werden Wiesen wieder grün, werden jemals Rosen wieder blüh’n?“ Alle stecken sie in einfacher Kleidung, sind barfuß, ach guck, zwei haben ihre Socken angelassen. „Die Brillen und Uhren müssen auch noch weg“, murmelt ein Zaungast.

Jeder Quadratmeter der Turnhalle des Freihofgymnasiums scheint ausgefüllt zu sein. Man weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll. Sämtliche Fabelwesen, wie Berg- und Waldgeister (sogenannte Oreaden), die Wassergeister (Najaden), Kobolde und Nymphen bekommen den letzten Schliff. Werden an der einen Ecke Gesichter bemalt und Haare hochgesteckt, daneben Efeuranken an den Kleidern befestigt, feilen etwas entfernt Artisten und Akrobaten an der Pyramide oder drehen auf ihren Einrädern als Mond, Sonne und weitere Planeten eine Runde durchs Universum.

Es wuselt, alle Mitwirkenden geben Gas und arbeiten konzentriert am Feinschliff. Die Proben, die im Januar mit Einzelgruppen und im Mai mit der kompletten Besetzung begonnen haben, befinden sich nun in der heißen Endphase. „Wenn man reinkommt und den Zusammenhalt sieht, das ist wie eine Familie“, freut sich Regisseurin Annette Voigtländer jedes Mal aufs Neue.

Große Spielorte mit ihren künstlerischen monumentalen Choreografien auszufüllen, hat die Gymnasiallehrerin schon zuvor bei Projekten wie „König der Löwen“, „Barbarossa“ oder „Tam Lin“ unter Beweis gestellt. Und diesmal ist es Merlin, der nach seiner Zuflucht im magischen Steinkreis von Stonehenge von wundersamen Wesen in eine Anderswelt entführt wird.

Größter Hingucker ist freilich der Drache, „der sich stundenlang mit alten NWZ buchstäblich vollgestopft hat“, erinnert sich „Druide“ Florian Voigtländer lachend an ein Kulissenbau-Wochenende. Die Geschichte von Gunnar Kunz biete alle Möglichkeiten der Kreativität, sei Generationen übergreifend, inklusiv und lade auch Flüchtlingskinder zum Mitmachen ein, sagt Annette Voigtländer und unterstreicht: „Das menschliche Miteinander ist die Botschaft.“

So wie sie hat auch Hans-­Ulrich Pohl das Miteinander vieler unterschiedlicher Menschen gereizt. An diesem Probentag agiert der Komponist und Produzent mehr als Beobachter, aufmerksam verfolgt er, ob Akrobatik-, Spiel- und Tanzszenen mit seinen Liedern, mit und ohne Chorgesang, einhergehen. Musikalisch hat der experimentierfreudige Tausendsassa bei Stonehenge den Weg zu größeren Orchestrierungen eingeschlagen, viele Zwischenmelodien entstanden in Zusammenarbeit mit seiner Tochter Katharina. „Ich bin immer drauf aus, die Bewegung mit der Musik auf vielfältige Weise miteinander zu verbinden“, beschreibt Annette Voigtländer ihre Choreografie, die sämtliche emotionalen Gefühlslagen widerspiegelt. Monika Weidinger gibt ihr uneingeschränkt recht. „Das ist hier meine erste Rolle, und singen und sich gleichzeitig zu bewegen, das ist für mich eine ganz neue Erfahrung“, verrät die Chorsängerin aus Aichelberg, die einfach mal Lust hatte, bei etwas anderem mitzumachen.

Info Das Familienmusical Stonehenge wird am Freitag und Samstag, 13. und 14. Oktober, jeweils ab 19 Uhr (Einlass 18.15 Uhr) in der EWS-Arena aufgeführt.

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