Mütter mit Babys können sich an "wellcome" wenden

In Zeiten einer immer umfassenderen Mobilität tragen familiäre Netzwerke nicht mehr. Das merken gerade junge Mütter mit kleinen Babys. Sie finden bei "wellcome - praktische Hilfe nach der Geburt".

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Die ehrenamtlichen Mitglieder von "wellcome - praktische Hilfe nach der Geburt" kümmern sich um die Kinder, während die Mütter sich um andere Dinge kümmern können. Nicht selten entstehen aus diesen auf ein Jahr angelegten "Patenschaften" dauerhafte Beziehungen. Foto: Margit Haas

Melanie Stahl und ihr Mann Alexander sind Ende vergangenen Jahres nach Eislingen gezogen. Ihr kleiner Sohn Amadeo war da erst wenige Monate alt. Alexander Stahl hatte im Filstal einen Arbeitsplatz gefunden, der ihn stark beansprucht. "Er ist manchmal tageweise geschäftlich unterwegs", sagt die junge Mutter. Sie saß da mit ihrem Baby inmitten von Umzugskisten, fand einfach nicht die Zeit, in Ruhe die Wohnung einzurichten, geschweige denn, Arztbesuche zu erledigen. Im Haus der Familie in Göppingen erfuhr sie von "wellcome - praktische Hilfe nach der Geburt" und kam in Kontakt mit Karin Gumbinger, der Koordinatorin für Göppingen. Für sie ist Melanie Stahl das "klassische Beispiel, in dem wir unterstützen wollen". Denn immer öfter leben junge Familien weit weg von ihren sozialen Netzwerken, von Familie und Freunden - so wie eben die Rheinländerin Melanie Stahl. Sie ist froh, in der ehrenamtlichen Mitarbeiterin von "wellcome" jemanden gefunden zu haben, "zu dem ich Vertrauen haben kann und der zu uns passt".

Simone Trienko kam stundenweise - freilich nicht, um Melanie Stahl die Hausarbeit abzunehmen. "Unsere Ehrenamtlichen sind keine billigen Putzfrauen. Sie kümmern sich viel mehr ausschließlich um die Kinder", betont Karin Gumbinger. Lebt ein Kind unter einem Jahr in der Familie, können das durchaus auch einmal die älteren Geschwisterkinder sein. Nicht selten entstehen aus diesen auf ein Jahr angelegten "Patenschaften" dauerhafte Beziehungen - und nicht selten muss Koordinatorin Karin Gumbinger Ehrenamtlichen zur Seite stehen, wenn nach einem Jahr die stundenweise Betreuung zu Ende geht.

Derzeit sind es "zehn bis zwölf Frauen jeglichen Alters", die sich bei "wellcome" engagieren. Freilich sucht die Koordinatorin weitere im Raum Geislingen. Melanie Stahl jedenfalls ist begeistert vom Angebot von "wellcome". "Alles hat toll geklappt. Wir haben langsam Kontakt zueinander aufgenommen und dann konnte ich beruhigt einmal einen Großeinkauf machen oder einen Arzttermin wahrnehmen." Die "wellcome-Ehrenamtlichen" kommen in jede Familie. Pro Stunde ist ein Unkostenbeitrag von fünf Euro zu zahlen. "Damit finanzieren wir entsprechende Versicherungen und das Fahrgeld für die Ehrenamtlichen", so Karin Gumbinger.

Die Geschichte von "wellcome"

Aus ihrer eigenen Erfahrung heraus gründete Rose Volz-Schmidt Anfang des Jahrtausends "wellcome - praktische Hilfe nach der Geburt" in Hamburg. Von Anfang an war das Ziel, "wellcome" bundesweit als modernes Nachbarschaftsprojekt zu etablieren. Zwischenzeitlich hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die Schirmherrschaft übernommen. In Göppingen war "wellcome" vor drei Jahren beim Haus der Familie angesiedelt worden. Bis 2013 soll es "wellcome-Teams" an mindestens 250 Orten geben.

Zukünftig werden weitere Angebote für Familien mit kleinen Kindern entwickelt werden, die auf die veränderten Bedingungen, in denen Eltern heute leben, reagieren.Wer sich ehrenamtlich engagieren will oder die Unterstützung einer der Patinnen braucht, kann sich an Karin Gumbinger (goeppingen@well come-online.de) wenden.

 

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