Montemaris soll auferstehen

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Die Gefahr hoher Steuerrückzahlungen für das Montemaris scheint gebannt. Der Adelberger Gemeinderat hat sich in seiner jüngsten Sitzung einstimmig dafür ausgesprochen, mit den Privat-Investoren Wiltrud Heiß, Wolfram Wäscher und Peter Drausnigg zusammenzuarbeiten. Das Trio will dem leerstehenden Freizeitkomplex neues Leben einhauchen: Die Sauna soll reaktiviert werden und im ehemaligen Wellenbad ein Fitnessstudio entstehen. Gesundheitsangebote werden von den Investoren groß geschrieben. Auf dem ehemaligen Campingplatz, der nicht bebaut werden darf, sollen hochwertige Caravanstellplätze angelegt werden. In einem weiteren Bauabschnitt könnte auch ein Sport- und Gesundheitshotel entstehen.

Die Investoren wollen zunächst mit einem sechsstelligen Betrag das Montemaris wieder fit für die Zukunft machen. Ein Name unter den Investoren ließ die Adelberger aufhorchen: Wolfram Wäscher. Er gehörte zu der vor einigen Monaten abgesprungen Investorengruppe „sab Friedrichshafen“. Wäscher als auch Heiß und Drausnigg treten in Adelberg aber als Privatinvestoren auf. In vier Schritten will das Trio mit dem Montemaris ein Gesamtpaket aus Sauna, Fitness, Gesundheit und hochwertigen Caravanstellplätzen schnüren. Zudem wird eine Kooperation mit Unternehmen und Krankenkassen angestrebt. Besucher des Fitnessstudios könnten von den Synergieeffekten profitieren. Der Investor schloss nicht aus, einen Sportarzt einzustellen.

In weiteren Abschnitten sei angedacht, hochwertige Caravanstellplätze und eventuell ein kleines Hotel zu errichten. Den Investoren sei es jedoch wichtig, dass ein Schritt nach dem anderen gemacht wird. Ein zeitlicher Rahmen dürfe nicht vorgegeben werden. Nach der Vorstellung des Konzeptes gab es nur wenige Fragen seitens der Gemeinderäte. Bürgermeisterin Carmen Marquardt betonte, dass auf die Gemeinde Adelberg keine Kosten zukämen und das Gelände nicht unter Wert verkauft würde.

Kosten im sechsstelligen Bereich

Die Investoren wollten auch auf Nachfrage keine Angaben zur Höhe der geplanten Investitionen machen. Sie bestätigten nur, dass es sich um einen sechsstelligen Betrag handelt. Wolfram Wäscher betonte, dass für ihn das Engagement in Adelberg ein „Modell für die Rente“ sei. Ihm sei Adelberg ans Herz gewachsen , weshalb er als Privatinvestor mit den beiden anderen hier etwas schaffen wolle. Seine Partner hätten auf dem Gebiet Erfahrung. Wiltrud Weiß kommt aus dem Bankengeschäft und Peter Drausnigg hat sich auf den energetischen Bereich spezialisiert.

Mit der Präsentation des neuen Konzepts geht das Rätselraten um die Zukunft des Montemaris zu Ende. Bürgermeisterin Carmen Marquardt betonte, dass nunmehr ein Ergebnis aus den Bürgerarbeitsgruppen realisiert werden könne, nämlich Adelberg als Erholungsort weiter zu entwickeln und das begehrte Prädikat zu behalten. Mit den anstehenden Investitionen könne der sanfte Tourismus gefördert werden. „Weder durch einen Abriss, noch durch einen möglichen Umbau zu einer Gemeindehalle hätte ein touristisches Konzept aufrechterhalten werden können“, so Marquardt. Das ist aber notwendig, um hohe Rückzahlungen von Zuschüssen zu verhindern. Die Bürgermeisterin räumte ein, dass es schwierig war, für das Projekt Interessenten zu finden.

Die Gemeinde selbst könne es sich nicht leisten, weiter in das Montemaris zu investieren. Tatsächlich trägt der einst blühende Erholungssort schwer an den Lasten. Allein dieses Jahr fallen 362 000 Euro Belastung an. Davon sind 110.000 Euro „Stilllegungskosten“.

Die drei Investoren

Bei den Investoren, die sich am Donnerstagabend als Retter des Montemaris dem Adelberger Gemeinderates vorstellten, handelt es sich um die Ex-Citigroup-Bankerin Wiltrud Heiss. Die früher in London tätige Finanzwirtschaftlerin gründete mit drei weiteren Partnern 2011 die Private-Equity-Gesellschaft Prolimity. Diese konzentriert sich auf Beteiligungen sowie die Sanierung und Restrukturierung mittelständischer Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mit im Boot sitzt auch der Diplom-Ingenieur Peter Drausnigg, der für ein Energieunternehmen tätig ist. Außerdem dabei ist Diplom-Ingenieur und Diplom-Betriebswirt (FH) Wolfram Wäscher, Vorstandsvorsitzender SAB AG Friedrichshafen. Die SAB AG übernimmt als Partner von Kommunen von öffentlichen Einrichtungen die Verantwortung für die Entwicklung, Planung, Finanzierung, den Bau, das Gebäudemanagement und den Betrieb.

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