Mit viel Körpereinsatz

Darfs ein bisschen mehr sein? Aber ja doch! Steht die Zahl 22 normal für ein Fußballspiel, begeisterten diesmal genauso viele Stimmen. The 12 Tenors und The 10 Sopranos - ein Musikgenuss vom Allerfeinsten.

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Mit einem Medley aus "My fair Lady" eröffneten die The 10 Sopranos ganz in Rot das stimmgewaltige Spektakel auf der Stadthallenbühne, um nur wenig später mit "Adiemus" zu beweisen: Auch wir lassen uns nicht in eine Schublade stecken. Und das wissen eingefleischte Fans auch beim männlichen Gegenpart The 12 Tenors zu schätzen. Fast auf den Tag genau vor einem Jahr überzeugte das Dutzend auf vielfältige Weise. Und sie enttäuschten auch diesmal nicht, agierten schwungvoll, leidenschaftlich sowie voll ungekünstelter Sanges- und Spielfreude. Müßig, sich dabei zu fragen, ob der etwas rundliche Alexander (diesen Namen merkt man sich einfach), der Schmächtige mit den schwarzen Strubbelhaaren, der Blonde, der fast wie ein Konfirmand aussieht, oder doch jener mit dem gepflegten Vollbart besser singt. Jeder von ihnen ist ein Spitzensänger und weiß meist mit vollem Körpereinsatz das Publikum für sich einzunehmen.

All die Besucher, die auf ein traditionelles Konzert mit klassischer Chorliteratur eingestellt waren, brauchten vielleicht aus Enttäuschung ein wenig länger, um aufzutauen. Die Tenöre ließen Beatles, Beach Boys, Queen sowie den King of Pop, Michael Jackson, wieder aufleben. Und wie. Mal solo, mal im Duett, Terzett oder Quintett, mal gefühlvoll, mal wuchtig - es passte einfach, weil Stimmgewalt von ebenso elementarer Kraft wie ihr männlicher Charme ist. Deshalb brauchen sie auch keinen unnötigen Bühnenschnickschnack und begnügen sich mit wohltuend sparsamen Lichtelementen, die das Augenmerk ganz auf die jeweiligen Personen und Choreographien lenken. Alle Interpreten wurden von einer eigenen Combo, bestehend aus zwei Pianisten und einem Schlagzeuger, professionell unterstützt. Und den jungen Spielmännern, die fast verschämt im Hintergrund agierten, gebührt gleichfalls großes Lob. Die drei Musiker begleiteten alle 22 Akteure unaufdringlich und sehr sensibel.

Bei aller Professionalität war der Abend aber doch weit entfernt von Steifheit und Sterilität. Zwischen "Veronika, der Lenz ist da", "Kalinka", "Funiculi Funicula" oder "Nessun Dorma" scherzte man auf der Bühne, klopfte sich gegenseitig auf die Schulter, ging in die Knie und übte ferner einen Gesangswettbewerb aus, bei dem es selbstredend keinen Verlierer gab.

Doch auch die Damen standen nicht auf verlorenem Posten. Ob allein mit "Proud Mary" oder "Bohemian Rhapsody" im Duett, die zehn Sopranistinnen waren allemal eine Bereicherung - stimmlich wie optisch. Frenetischer Applaus und begeisterte Pfiffe belohnten die Akteure für den kurzweiligen Abend.

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