Mit Vertrag besser behandelt

Die AOK Baden-Württemberg und die BKK Bosch haben mit dem Facharztvertrag für Orthopädie und Chirurgie jetzt den vierten Facharztvertrag unter Dach und Fach gebracht. Die Patienten sollen profitieren.

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Von links: Johannes Bauernfeind (Geschäftsführer AOK Neckar-Fils), Reinhard Deinfelder (Landes- und Bezirksvorsitzender des Berufsverbandes der Orthopäden und Unfallchirurgen), Susanne Breuer (Gebietsbevollmächtigte BKK Bosch), Otto Bauer (Leiter AOK-Partner-Service der AOK Neckar-Fils). Foto: Iris Ruoss

Mit dem Facharztvertrag für Orthopädie und Chirurgie haben die AOK und die BKK Bosch neben den bestehenden Verträgen mit Kardiologie, Gastroenterologie, Psychiatrie, Neurologie und Psychotherapie einen weiteren Schulterschluss mit Fachärzten vorgenommen. "Damit wird das Versorgungsangebot für die Patienten weiter verbessert", betont Johannes Bauernfeind, Geschäftsführer der AOK Neckar-Fils. Im Vertrag sind die Behandlungsleitlinien klar festgelegt.

Voraussetzung für die Patiententeilnahme am Fachärztevertrag ist die Teilnahme am Hausarztprogramm. "Rund 90 Prozent der Hausärzte im Landkreis haben einen Hausarztvertrag", sagt der Leiter des AOK-Partner-Service, Otto Bauer. Wer Probleme etwa mit dem Rücken, den Hüftgelenken, mit Osteoporose oder Rheuma hat, der soll ab sofort schneller und besser behandelt werden können. "Die Versorgungskette reicht vom Haus- zum Facharzt bis zum Therapeuten", erklärt Reinhard Deinfelder, Landes- und Bezirksvorsitzender des Berufsverbandes der Orthopäden und Unfallchirurgen.

Der Donzdorfer Orthopäde weiß wovon er spricht, denn er erlebt oft, dass Patienten ohne Überweisung in seine Praxis kommen und bei ihm an der falschen Adresse sind. Jetzt entscheidet der Hausarzt, wann eine Vorstellung beim Facharzt notwendig ist. Die engmaschige Vernetzung gewährleiste zudem, dass unnötige Mehrfachuntersuchungen vermieden werden. "Der Vertrag ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten", da ist sich Susanne Breuer von der BKK Bosch sicher. Der Patient werde ganzheitlich betrachtet, Prävention spiele eine große Rolle und neben den körperlichen Symptomen werde auch die psychosoziale Komponente mit einbezogen. Das Ziel des Fachärztevertrags ist definiert. "Der Arzt soll wieder mehr Zeit für das eingehende Patientengespräch haben", sagt Deinfelder, der auch die Einbindung von sozialen Diensten und der Patientenbegleitung, wenn nötig, als sehr vorteilhaft bewertet. Mit Blick auf die Prävention sollen auch die Rheumaliga, die VHS und Sportvereine ins Boot geholt werden. "Wer dringend behandelt werden muss, der soll ab sofort auch schneller und gezielter behandelt werden", bringt Johannes Bauernfeind das Ziel auf den Punkt.

Rund 35 Prozent der AOK-Versicherten haben einen Hausarztvertrag, im Landkreis sind das immerhin 50 000 Menschen. Wer am Facharztprogramm teilnehmen möchte, der sollte sich bei seinem Hausarzt, auch ohne akuten Bedarf, vorsorglich einschreiben. "Rund zwei Monate Vorlaufzeit", sagt Otto Bauer, müsse man einplanen.

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