Mit Verbalartistik gepunktet

"Ein Mann packt ein" lautet der Titel des aktuellen Programms von Uli Masuth. Im Kulturhof Erpfenhausen packte er dann aber doch aus, was er an verbalen Rundumschlägen in petto hatte.

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Mit "Galgenhumor" sei er momentan auf seiner letzten Tour unterwegs, behauptet Uli Masuth bei seinen aktuellen Auftritten. Aus diesem Grund heiße das Programm "Ein Mann packt ein". Ob diese Androhung wahr wird, blieb offen am Donnerstag bei seinem Auftritt im gut besetzten Kulturhof in Erpfenhausen im Rahmen des dortigen Kultur-Winters. Jedenfalls schien der Kabarettist nicht ein-, sondern eher alles auszupacken, was er an scharfen Angriffen, sarkastischen Bemerkungen und süffisanten Details in Bezug auf Gesellschaft und Politik im Gepäck hatte.

Treffsicher stellte er fest, dass der Nachwuchs erst "produziert" werden müsse, bevor Deutschland mit eigenen Leuten den Fachkräftemangel in den Griff bekommen könne. Vielleicht reduziere sich Arbeitslosigkeit von allein, immerhin werde prophezeit, dass es 2030 genauso viel Menschen in Deutschland weniger gebe wie es heute Arbeitslose gibt. Und bei der Bildung sei es wie bei der Bahn: es gehe unterirdisch in die Zukunft. Der Wahl-Weimarer aus Duisburg schien kein aktuelles Thema auszulassen, brachte mit unerwarteten Pointen die Zuhörer zum Lachen und traf auch meistens den Kern all der kritisierten Schieflagen.

Trotzdem liefen manche seiner Gags ins Leere und schienen beim Publikum nicht recht zu zünden. Er trugs mit Humor und sah es positiv: "Ich finde es gut, dass sie meinen Pointen nachlauschen, sie auf sich wirken lassen und mich nicht immer schon nach einem halben Satz mit Ihrem Gelächter unterbrechen", stellte er nach einer solchen Situation trocken fest - und hatte damit die Sympathien wieder auf seiner Seite.

Masuth resümierte und räsonierte über Gaddafi und Berlusconi, die FDP und die Rechten, Rettungsschirme und Männergefühle, während er ab und zu nebenher auf dem Klavier klimperte oder auch zeigte, dass er das Instrument tatsächlich beherrscht.

Lampenfieber ließ er immer wieder erkennen - sei es, weil er ständig seine Haare mit den Händen zurückkämmte, sei es, dass er gleich mehrmals Texthänger hatte. Obwohl er dann im Konzept spicken musste, schaffte es "der Ehemann von Frau Masuth" dann jedoch, diese Situationen souverän und ohne allzu große Peinlichkeit zu überbrücken.

Punkten konnte der Kabarettist dann wieder mit Verbalartistik: Er bezeichnete sich als Männerrechtler und Maskulisten, stellte fest, dass Männerfeindlichkeit heutzutage politisch korrekt sei und wollte wissen, wie ein Mann, der jahrelang "exmannzipiert" wurde, plötzlich von einer Minute auf die andere als überzeugender Macho Tango tanzen können sollte. Solche Überlegungen brachte Masuth überzeugend rüber, und sie rechtfertigten den Beifall am Ende absolut.

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