Mit Schwung durch die Sockengalaxie

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Sterngucker der besonderen Art: Laura (Julia Kretschmer), Hase (Marion Müller) und Teddy (Stefan Stechmann).  Foto: 

Eine gute Kindergeschichte endet fast immer mit einer Botschaft. So ist es auch bei „Lauras Stern – das Musical“, denn wie im Buch kommen die jungen Besucher am Schluss zu der Erkenntnis: „Was man ganz besonders gern hat, möchte man am liebsten niemals wieder abgeben. Doch genau darin liegt – wie so oft – der Fehler.“

Über 200 Besucher kamen am Freitagnachmittag ins Uditorium, etwa die Hälfte darunter waren Erwachsene, von denen leider (zu) viele in den ersten drei Reihen saßen. Schade für die Jüngsten. Gleichfalls Pech hatten die Zuschauer auf den linken Außenplätzen. Insbesondere im ersten Teil, wähnte sich das dort sitzende Publikum fast wie in einem Hörspiel. Es wäre wünschenswert, wenn der Veranstalter oder in diesem Fall das Cocomico-Theater auf so etwas achten würden, schließlich sollte jeder für sein Geld etwas sehen können. Die Stadt Uhingen kann da nichts machen, das Kulturamt fungiert bei den allermeisten Veranstaltungen nur als Vermieter. Nichtsdestotrotz war das Musical für die kleinen Gäste ein kurzweiliges Erlebnis, nicht wenige waren darunter, die ihrer Freude immer wieder freien Lauf ließen.

Und die Geschichte? Na, die scheint jeder im Saal zu kennen. Laura (Julia Kretschmer) kann einfach nicht schlafen. So sehr ihre Mutter (Marilyne Bäjen, spielt auch Frau Luna) beruhigend auf sie einredet oder die nervige Tante (Marion Müller, auch Hase und Botis) ihr feuchte Küsse aufs Auge drückt – der Sandmann will einfach nicht kommen. Dafür aber ihr zum Leben erwachter Teddy (Stefan Stechmann). „Wenn es dunkel wird, dann kommt unsere Zeit“, singen die zwei und – welch ein Spaß –, aus dem Zottelbär wird jeden Abend ein quirliger Spaßmacher und purzelbaumschlagender Tänzer.

Obwohl zum guten Freund geworden, findet Laura die nächtlichen Aktionen bald langweilig. Als sie aus dem Fenster schaut, fällt plötzlich ein Stern vom Himmel. Trotz seines gebrochen Zackens leuchtet dieser wunderschön. Das Mädchen ist sofort angetan und verpasst ihrem neuen Freund ein Pflaster. Doch Teddy, überhaupt nicht nachtragend, rät ihr: „Schick den Stern mit einem Luftballon zurück in den Himmel.“ Kaum unterwegs, vermisst ihn Laura. Teddy und sie beschließen, ihn zu (be)suchen. „Morgen bauen wir eine Rakete“ – sie setzen diese Zeilen flugs in die Tat um und fliegen hinaus ins All durch die Sockengalaxie, – dort landen die Socken aus der Waschmaschine –, entdecken die Hundesterne und lernen das Sternbild Hase sowie den Bärenwächter Botis kennen.

Bei Frau Luna finden sie den Stern schließlich gut behütet wieder. Doch Laura erkennt, dass sie ihren zackigen Freund loslassen muss, um ihn behalten zu können.

Mit eingängigen Melodien, schlüssigen Texten und Dialogen, wurde Klaus Baumgarts poetische Geschichte überzeugend auf der Bühne umgesetzt. Ein großes Lob gebührt dabei den Darstellern, die es durchaus verdient hätten, ihren Namen auf der Homepage des Cocomico-Theaters Köln zu lesen.

Autor Das erste Buch des Berliner Hochschulprofessors und Autors Klaus Baumgart (*1951) der späteren Reihe „Lauras Stern“ erschien 1996, wurde in 25 Sprachen übersetzt und ist in 30 Ländern bekannt.  Die Buchserie handelt von der siebenjährigen Laura, die einen „verletzten Stern“ findet. Sie nimmt ihn auf und erlebt mit ihm fortan viele Abenteuer.

Medien Als 52-teilige Fernsehserie (2002 bis 2011) verfilmt, kam die Geschichte 2004 ins Kino, erhielt im Folgejahr den Deutschen Filmpreis für den besten Kinder- und Jugendfilm. Vom „Karma Limited Theater“ erstmals als Musical von 2004 bis 2008 über 250 Mal aufgeführt, wird Lauras Stern nun vom Kölner Cocomico-Theater präsentiert.

Vermarktung Ob CDs,  Bücher, Leinenbeutel, Malbuch oder Leucht­stab, der Verkaufsstand war recht gut besucht, das heißt, die Eltern brauchten einen dicken Geldbeutel.

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