Mit Nordic-Walking-Stöcken auf den Pilgerweg

300 Pilger machten sich am Samstag auf den Weg von Rechberghausen nach Wangen. Neun der 14 Etappen des Dekanatspilgerwegs sind geschafft.

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Monica Ubl (Mitte) von der Dekanatsgeschäftsstelle pilgerte mit 300 Teilnehmern durch den Landkreis.  Foto: 

Die Mariä Himmelfahrt-Kirche in Rechberghausen ist voll besetzt mit laufbereiten Pilgern. Für manche kommt das schöne Wetter fast einer Einladung von ganz Oben gleich. "Gott findet man im Gehen." So lautet das Motto des fünften Pilgerwegs, organisiert vom katholischen Dekanat Göppingen-Geislingen. "Aber das Finden von Gott setzt voraus, dass man sich aufmacht, ihn zu suchen", setzt Ronja Thönnissen hinzu und gibt damit den Pilgern einen ersten Glaubensimpuls mit auf den Weg. Die Tübinger Theologiestudentin war von 2009 bis 2010 in Uganda für den weltkirchlichen Friedensdienst tätig und begleitete am Samstag den Pilgerzug als Glaubenszeugin. Auch für sie eine neue Erfahrung. Gott könne man überall finden, so Ronja Thönnissen, egal ob in der Frühlingssonne, den ersten Schneeglöckchen am Wegrand oder in der Stille für sich.

Von diesen Gedanken inspiriert, pilgerte eine Gemeinschaft von knapp 300 Gläubigen erst in Richtung Oberwälden und dann weiter nach Wangen. Viele haben sich bestens vorbereitet, die Nordic-Walking-Stöcke ersetzten den Pilgerstab und auf dem einen oder anderen Handy wurde die Wegstrecke per GPS-Signal überprüft.

Vielen Christen reicht es nicht, nur die Kirche zu besuchen

Die hohe Teilnehmerzahl freute besonders Pfarrer Bernhard Schmid. "Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Leute sich vom Glauben ansprechen lassen." Heutzutage reiche es vielen Christen nicht mehr, die Kirche nur zu besuchen, sie wollen etwas in und mit ihr erleben, so Pfarrer Schmid. Der Priester müsse die Nähe zur Glaubensgemeinschaft und das Gemeinsame erleben des Glaubens stärken, auch für die Jugend.

In Oberwälden stand ein Besuch der Nikolauskirche, einer der ältesten Kirchen im Landkreis, auf dem Plan. Allerdings waren die vieler Besucher fast zu viel für die kleine Kirche. Christel Mühlhäuser bestätigt: "Ich bin jetzt seit zehn Jahren Gästeführerin, aber vor einer so großen Gruppe habe ich noch nie gesprochen." Beim gemeinsamen Singen in und vor der Kirche brauchten die Pilger weder Liederheft noch Gesangbuch, die Texte waren allen bekannt. Unter anderem pilgerte auch Jutta Klemens mit, die meint: "Im modernen Leben scheint der Glaube immer weniger wichtig, aber die Riesengruppe zeigt, dass der Glaube noch lebendig ist."

In Wangen angekommen, erhielten die Pilger einen Stempel für ihren Pilgerpass. Monika Ubl von der Dekanatsgeschäftsstelle verteilte handgefertigte Perlen aus Peru, die Teil einer selbstgemachten Pilgerkette werden sollen. Ubl war an der Organisation des Pilgerwegs beteiligt und begleitet die Pilger auf jeder Etappe. "Ich bin gern jede Woche dabei, weil es einfach schön ist."

Und auch Ronja Thönnissen ist mit ihren ersten Erfahrungen als Glaubenszeugin auf einem Pilgerweg zufrieden. "Es war ein schönes Erlebnis. Ich nehme eine Menge interessanter Begegnungen und natürlich das schöne Wetter mit aus dem heutigen Tag", sagt die Studentin.

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