Mit leisen Tönen viel erreicht

Mehr als drei Jahrzehnte hat er die Kommunalpolitik in Göppingen mitgestaltet, seit 15 Jahren steht er an der Spitze des Tierschutzvereins: Eberhard Neubrand feiert heute seinen 75. Geburtstag.

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Als Eberhard Neubrand 1939 in Auendorf das Licht der Welt erblickte, war Krieg. Die Familie lebte in einfachsten Verhältnissen. Nach der Schulzeit absolvierte Neubrand eine Lehre als Gipser und setzte damit die Familientradition fort. Die erste Baustelle, auf der der junge Mann arbeitete, war 1952/53 das Göppinger Rathaus. "Das erhielt damals seinen roten Verputz", erinnert sich Neubrand. Er bekam damals mit, dass die neue Farbe den Leuten überhaupt nicht gefiel.

In jener Zeit machte Neubrand die Bekanntschaft mit dem damaligen Oberbürgermeister Eberhard. Den sah er, wenn dieser morgens vors Rathaus gefahren wurde und sein Chauffeur in einem taubenblauen Anzug dem OB die Autotür öffnete und sich bei dessen Aussteigen verbeugte. "Wir sind dann irgendwie mal ins Gespräch gekommen", so Neubrand. Daraus sei ein Kontakt entstanden, der bis in Eberhards hohes Alter angedauert habe.

Nach der Meisterprüfung übernahm Neubrand 1963 das neu strukturierte väterliche Geschäft und baute es zu einem führenden Handwerksbetrieb auf. Zeitweise waren dort mehr als 50 Mitarbeiter beschäftigt. 2006 gab Neubrand das Unternehmen altersbedingt auf.

Ende der 70er Jahre entdeckte Eberhard Neubrand sein Interesse an der Politik. Der damalige Abgeordnete Josef Hauser hatte ihn für die CDU begeistern können, 1980 kandidierte er für den Gemeinderat und wurde gewählt. Bis vor wenigen Wochen gehörte er dem Gremium ohne Unterbrechung an, erlebte in dieser Zeit vier Oberbürgermeister. Dass bei der Rathaus-Erweiterung zwischen Neu- und Altbau das Atrium entstand, schreibt Neubrand sich auf die Fahnen. "Da habe ich mich mit meiner Meinung gegen den damaligen Baubürgermeister und das Landesdenkmal durchsetzen können."

Als Stadtrat bekleidete Neubrand weitere Ehrenämter. Acht Jahre lang war er Schöffe, viele Jahre saß er im Aufsichtsrat der Wohnbau. Zum Stadtratsmandat kam 2004 noch das Mandat im Kreistag dazu. Im Vorfeld der Kommunalwahlen im Mai entschied er sich, auf eine erneute Kandidaturen zu verzichten und "Platz für Jüngere zu machen".

Neubrand gehört nicht zu jenen, die sich durch Poltern und verbalen Schlagabtausch hervortaten. Vielmehr versuchte er mit diplomatischem Geschick viel zu erreichen. Eines seiner Kabinettstückchen gelang ihm 2005 mit der Versöhnung seiner Partei mit dem frisch gewählten OB Guido Till.

Neubrands Herz schlägt für Tiere. 1999 hatte er den Tierschutzverein übernommen. Nach dem Neubau des Katzenhauses plant er jetzt die millionenschwere Sanierung der restlichen Tierheimanlagen in der Öde. Hier setzt Neubrand auf Unterstützung durch die Kommunen, aber auch auf die Hilfe vieler Tierfreunde.

Soziales Engagement zeigt Neubrand im Verein "Wilhelmshilfe", ferner unterstützt er die vom einstigen Regierungssprecher Mathias Kleinert gegründete Nepal-Hilfe, die sich auf den Bau von Schulen konzentriert, sowie das von SPD-Stadtrat Klaus Wiesenborn geleitete Gambia-Projekt.

Sein berufliches und ehrenamtliches Engagement sei ohne die Unterstützung seiner Familie nicht möglich gewesen, zieht Neubrand Bilanz. Der Vater dreier Töchter ist seiner Frau dankbar, dass sie ihm über viele Jahr den Rücken für seine Aktivitäten freigehalten hat.

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