Mit Können und Witz

Knapp 20 Preisträger des Regionalwettbewerbs "Jugend musiziert" stellten sich am Sonntag in lockerer Atmosphäre großem Publikum vor.

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Ein Überraschungscoup erster Güte vorneweg: Die elfjährige Antonia Theis aus Köngen begann ihr Blockflötenspiel mit den Rücken zum Publikum. Als sie dann am Ende des Stücks "Video Game", jetzt Richtung Stuhlreihen, "Game over" verkündete, lachten die Zuhörer in der Göppinger Stadthalle mit einer Mischung aus Anerkennung und Verblüffung: Anerkennung für die technisch perfekte Darbietung und Verblüffung über den selbstbewussten Witz, den man in der Welt der ernsten Sparte und im Zusammenhang mit einem Wettbewerb nicht so ohne weiteres voraussetzt.

Der äußerst geschickt platzierte Beitrag warf einen vielversprechenden Vorschein auf das Konzert einer Auswahl der Preisträger vom Regionalwettbewerb von "Jugend musiziert". Vor einer Woche waren dazu in Göppingen 460 junge Musiker aus den Kreisen Göppingen, Esslingen und Rems-Murr angetreten. Das Publikum in der Göppinger Stadthalle, darunter viele junge und jüngste Leute, war ebenso unangestrengt wie die Musiker, in aufnahmebereiter Stimmung, und wusste die Qualität der Darbietungen zu schätzen - nicht zuletzt deshalb, weil es als Eltern und Geschwister das Üben zuhause miterlebt hatte.

Es musste auch ein bisschen Offizielles sein. Bürgermeisterin Gabriele Zull nahm die Teilnehmerzahl als Ausweis für den "hohen Stellenwert", den die musikalische Bildung in der Region habe, lobte die Göppinger Veranstaltungsstätten, zollte der Jugendmusikschule hohes Lob für die Organisation und wies darauf hin, dass so etwas ohne Sponsoren nicht mehr gehe. Wohl dosiert eingebettet in die Darbietungen und von Blitzlichtgewittern bestrahlt, wurden auch viele, viele Urkunden verliehen. Martin Gunkel, der Leiter der Göppinger Jugendmusikschule, arbeitete die Statistik des vergangenen Wettbewerbswochendes auf und kommentierte die Preise und Weiterleitungen an den Landeswettbewerb: "Das Niveau war wirklich sehr hoch."

Eindrücklich bestätigten dies gleich darauf der 15 Jahre alte Ead Anner Rückschloß (Violoncello) und die 17-jährige Ada Aria Rückschloß (Klavier). Die Geschwister aus Gammelshausen, die schon seit Jahren Preis um Preis einheimsen, spielten den kapriziösen und höchst anspruchsvollen "Prologue" von Debussy technisch gekonnt, einfühlsam und in perfekten Einvernehmen.

Die 15-jährige Heike Müller aus Göppingen ließ das Allegro deciso aus einer Sonate von Robert Muczynski auf ihrer Querflöte wahrhaft entschlossen klingen. Den beiden 13-jährigen Schlagzeugern Tim Faller aus Bad Überkingen und Maximilian Wendlik aus Göppingen war der Schlusspunkt unter das kurzweilige Konzert vorbehalten, und ihr gemeinsamer "African Blues" evozierte eine wohlige Gegenwelt zu den klirrenden Außentemperaturen.

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