Mit dem Smartphone nervt das Surfen meist

Smartphones haben klassischen Handys längst den Rang abgelaufen - doch die Internetauftritte der meisten Gemeinden im Kreis sind dafür nicht optimiert.

|
Der große Unterschied auf dem Smartphone: Optimierte Seite von Albershausen (rechts) und die gewöhnliche Homepage von Göppingen. Foto: Dirk Hülser

Marktforscher gehen davon aus, dass in Deutschland dieses Jahr rund 18 Millionen Smartphones verkauft werden - doppelt so viele wie herkömmliche Handys. Bereits 2011 zogen die kleinen Alleskönner mit Touchscreen und Internetbrowser bei den Verkaufszahlen erstmals an den klassischen Tastenhandys vorbei - 14,5 Millionen iPhones & Co. standen am Jahresende 10,7 Millionen Handys gegenüber. Klar, dass Besitzer solcher Computer im Hosentaschenformat damit auch immer öfter ins Internet gehen.

Doch das Surfen wird oft zum Geduldspiel: Mit dem Finger auf dem berührungsempfindlichen Bildschirm den richtigen Button zu treffen oder erst einmal überhaupt etwas zu entziffern - ohne die eingebaute Zoomfunktion unmöglich. Um das Surfen auch auf dem Smartphone komfortabel zu machen, gibt es eigens dafür optimierte Seiten. Der Server, auf dem die Informationen gespeichert sind, erkennt, mit welchem Gerät der Anwender die Seite aufruft und schaltet automatisch auf die richtige Darstellung um. Technisch gar nicht so kompliziert - doch in der Realität noch selten anzutreffen. Und was machen die Kommunen im Verbreitungsgebiet der NWZ? Der Praxistest zeigt: Lediglich zwei Gemeinden haben ihre Seiten für mobile Internetnutzer optimiert.

"Es war ein Haushaltsantrag der Bürgerlichen Wählervereinigung", sagt Bürgermeister Jochen Bidlingmaier aus Albershausen. Die Gemeinderäte wollten die Homepage der Gemeinde attraktiver für Smartphonenutzer machen - und bis zu 2500 Euro dafür bereitstellen. "Rund 1150 Euro hat es uns nachher gekostet", sagt Bidlingmaier. "Auch die Gemeinderäte waren überrascht, dass es so billig war." Seit wenigen Wochen ist die Seite nun online und ermöglicht einfaches Navigieren mit dem Smartphone. Für die Gemeinde kein Mehraufwand: Die Texte werden wie bisher einmal eingepflegt und dann automatisch umgewandelt.

Die zweite Gemeinde, die technisch diesen kleinen, aber nicht unwichtigen Schritt nach vorne gemacht hat, ist Bad Boll. "Es ist ein mediales Zeitalter und die Kommunikationsformen ändern sich", begründet Bürgermeister Hans-Rudi Bührle dies. Rathausmitarbeiter hätten ihm gesagt, Internetseiten auf diesem Niveau seien mittlerweile Standard, "deshalb haben wir beschlossen, das zu machen". So könnten nun etwa auch Touristen und Geschäftsleute, die in den Kurort kommen, von unterwegs Informationen komfortabel abrufen. "Die Benutzer wollen doch mit wenig Navigieren auf der richtigen Seite landen." Das geht auf den Smartphone-Seiten einfach: Aufgebaut wie ein Menü im Telefon, lässt sich bei kurzen Ladezeiten rasch jede gewünschte Information finden.

In einem lagen Bührles Mitarbeiter allerdings falsch: Standard sind die Smartphone-Seiten längst noch nicht. Ob auf goeppingen.de, eislingen.de oder gar der Seite der Landeshauptstadt, stuttgart.de: Hier finden sich nur eins zu eins die Seiten, die zwar auf dem PC komfortabel sein mögen, fürs iPhone oder jedes andere Smartphone aber nahezu nutzlos sind.

So ist Albershausens Schultes Bidlingmaier denn auch ein wenig stolz: "Ich war unlängst bei einem Treffen der Region Stuttgart, es ging um Themen wie Facebook und Twitter. Von rund 50 Gemeinden hatten wir als einzige unsere Seiten für Smartphones optimiert."

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Architekt spricht von Affront

Der Planer der neuen Klinik am Eichert, Manfred Ehrle, kann sich nicht vorstellen, dass die Pläne zum Erhalt des Altbaus ernst gemeint sind. weiter lesen