Mit Bewegungsspielen gegen die Kälte

Minusgrade, Schnee, Gelächter und laute Rufe mitten im Wald. Im Göppinger Oberholz ist Highlife. Die eisige Kälte und der Frost scheint die Kinder des Waldkindergartens ganz kalt zu lassen.

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Selbst strenge Minusgrade lassen die Kleinen des Göppinger Waldkindergartens kalt: Das Spiel in der Natur macht auch bei Frost Spaß. Foto: Giacinto Carlucci

"Entscheidend ist die richtige Kleidung", erklärt Petra Körber-Keller, Initiatorin und Vorsitzende im Vorstand des Göppinger Waldkindergartens. "Bei den aktuellen, frostigen Temperaturen hilft nur das Zwiebelsystem und viel Bewegung." Viel Bewegung haben die kleinen Rabauken durchaus. Dick vermummt in Schneeanzügen mit Winterstiefeln und Fäustlingen beginnen sie schon um 9 Uhr mit dem Morgenkreis. Hier haben sich die Erzieherinnen für die Wintermonate verschiedene Bewegungsspiele zum wach und warm werden ausgedacht. Für den restlichen Vormittag gibt es ein abwechslungsreiches Programm, die Zeit von neun bis 13 Uhr trotz Kälte zu genießen. "Manchmal gehen wir auf längere Spaziergänge und suchen im Schnee nach Tierspuren", erzählt Claudia Fader, eine der drei Erzieherinnen der neunköpfigen Kindergruppe. Wenn es die Witterung zulässt wird Schlitten gefahren oder mit Schnee experimentiert. "Erst gestern haben wir gemeinsam Schnee gekocht und geschaut was passiert", schildert Fader einen der vielen Versuche, die die Erzieherinnen gemeinsam mit den Kindern durchführen. Zwischen den Bäumen hängen überall kleine Eiskunstwerke: Hülsenfrüchte, Tannenzapfen und Blätter in einer Eisschicht eingefroren. Bei den tiefen Temperaturen eine durchaus haltbare Sache. "Wenn es noch etwas schneit, werden wir auf jeden Fall noch einen Schneemann bauen", schmunzelt Fader. Basteln und Werkeln gehört zur täglichen Beschäftigung der Kindergartenkinder. Äste und Blätter und andere Dinge werden auf der Werkbank bearbeitet. "Bei milderen Temperaturen können die Kinder hier sogar sägen und bohren. Natürlich unter Aufsicht", erzählt Fader und deutet auf die hölzerne Theke, auf der im Moment weitere Eiskunstwerke Platz finden. Dazu gibt es noch eine Schnitzecke, wo die älteren Kinder ihre ersten Schnitzversuche starten können.

Gevespert wird auch bei frostigen Temperaturen draußen. Nur im Notfall, bei Sturm oder Gewitter oder wenn es einem Kind nicht so gut geht öffnet sich die Tür des einladenden Bauwagens. "Auch bei Regen essen wir meistens draußen. Dann suchen wir einfach Schutz unter den Bäumen", erklärt Claudia Fader. Für die Kinder haben die Jahreszeiten und die unterschiedliche Witterung, die sie am eigenen Leib spüren können, einen großen Lerneffekt: Sie wissen, dass sie sich mit Bewegung warm halten und bei Regen auf freier Fläche nass werden. Ob es denn nicht zu kalt sei, ist eine häufige Frage der Eltern die sich überlegen, ihr Kind in den Waldkindergarten zu geben. "Die meisten Eltern gehen von sich aus. Doch meistens ist es nur Kopfsache: "Wenn ich denke, es ist kalt, dann ist einem meistens auch schon unterbewusst kalt", weiß Petra Körber-Keller und ergänzt: "Kinder sind da anders. Sie denken nicht nach bevor sie raus gehen, mit Bewegung und richtiger Kleidung spüren sie auch keine Kälte."

Derzeit ist die Gruppe halb voll, das heißt, neun Kinder besuchen täglich die Einrichtung. Auf die Frage ob sie gerne im Wald sind, erschallt ein eindeutiges "Ja". Die aktuelle Kälte ist auch gut für das Immunsystem der Kinder. "Neben den normalen Kinderkrankheiten haben wir kaum Erkältungsfälle. Auch bei uns Erzieherinnen nicht", lacht Claudia Fader, der die täglichen sechs Stunden im Wald ebenfalls sehr gut gefallen. "Außerdem bekommen die Kinder durch den sich ständig wechselnden Untergrund eine viel bessere Feinmotorik", schwärmt sie und schaut lächelnd, wie sich ihre kleinen Rabauken kreischend und lachend über den Waldboden wargeln.

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