Mit Babette fing alles an

Was im Jahr 1990 "quasi nebenher" mit einer gebrauchten CNC-Maschine in der Garage begann, hat sich zum etablierten Partner einer breit gestreuten Kundschaft entwickelt.

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  • "Wir halten, was wir versprechen, das ist unsere Stärke": Harald (links) und Armin Schweizer vor einer ihrer CNC-Maschinen. Fotos: Claudia Burst 1/2
    "Wir halten, was wir versprechen, das ist unsere Stärke": Harald (links) und Armin Schweizer vor einer ihrer CNC-Maschinen. Fotos: Claudia Burst
  • Eine Mini-Auswahl der unterschiedlichen von Schweizer Metalltechnik hergestellten Dreh- und Frästeile. 2/2
    Eine Mini-Auswahl der unterschiedlichen von Schweizer Metalltechnik hergestellten Dreh- und Frästeile.
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Sie heißen Nora, Pia, Lotta oder Linda. Hinter diesen Mädchennamen verstecken sich bei Schweizer Metalltechnik in Hohenstadt keine frechen Teenager, sondern hochwertige und moderne CNC-Dreh- und Fräsmaschinen. Die beiden Geschäftsführer Armin und Harald Schweizer haben Spaß daran, ihre Maschinen zu taufen, "weil dann jeder von uns sofort weiß, von welcher Maschine die Rede ist".

Mit Babette fing im Jahr 1990 der gemeinsame Betrieb an. Aber "nur so nebenher", wie Armin Schweizer ausführt. Denn sowohl er als gelernter Maschinenschlosser und Mechanikermeister als auch sein Bruder Harald als CNC-Dreher wollten zum Job noch etwas hinzuverdienen. Sie kauften sich die gebrauchte CNC-Drehmaschine, stellten sie in die Garage des ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesens der Eltern - "die wir im Winter mit Holz im Kachelofen heizten" - und arbeiteten nach Feierabend und oft am Wochenende.

Im Lauf von acht Jahren sprach es sich im Kundenkreis herum, dass bei den Gebrüdern Schweizer in Hohenstadt auch kurzfristige Aufträge zuverlässig erledigt wurden. Armin und Harald Schweizer schafften sich deshalb eine zweite Maschine, die Pia, an. Die Kundschaft rekrutierte sich damals und bis heute aus der Autoindustrie, der Elektrotechnik, dem Werkzeug- und dem Formenbau. Ein Jahr später folgte Maschine Nummer 3. "Wir halten, was wir versprechen, das ist unsere Stärke", betont Harald Schweizer und sein Bruder ergänzt: "Die Kundschaft war zufrieden, das war uns wichtig".

Die Zufriedenheit zeigte sich im steigenden Auftragseingang. "Nebenher" ging nicht mehr - das Brüder-Duo wagte den Schritt in die Selbstständigkeit und gründete im Jahr 2000 die Schweizer Metalltechnik GmbH. Auf Pia folgten Nora und Berta, letztere war die erste CNC-Fräsmaschine im Betrieb. Wir mussten bis dahin Fräsarbeiten nach auswärts geben, das bedeutete weniger Flexibilität, erklärt Harald Schweizer den Grund für den Einkauf. Heute stehen auf über 300 Quadratmetern in zwei Stockwerken neun leistungsfähige Maschinen, die in der Lage sind, Drehteile von fünf bis 65 Millimetern Durchmessern und aus unterschiedlichem Material komplett zu bearbeiten. Das Girly - die jüngste und modernste Maschine im Klassenzimmer - heißt Thekla. Sie dreht, fräst und bohrt mithilfe der angetriebenen Werkzeuge und einer Schwenkachse in alle Richtungen, bei Bedarf in allen Winkelgraden und das mit einer CNC-Einstellung, ohne das Werkteil mehrmals in die Hand nehmen zu müssen. Der kleine Betrieb mit seinen zwei Vollzeitangestellten ( neben Armin und Harald Schweizer), seinen vier Teilzeitkräften im Büro (darunter die beiden Ehefrauen der Geschäftsführer) und den vier Aushilfskräften überlebte auch schwere Zeiten wie den Auftragseinbruch während der Finanzkrise 2008 und 2009.

Das liegt zum einen an der Unterschiedlichkeit der etwa zehn bis 15 Stammkunden und vieler kleiner Auftraggeber aus der Region bis hin nach Stuttgart und sogar in den Schwarzwald. Für die stellt Schweizer Metalltechnik Hunderte von Teilen her, vom stecknadelkopf-kleinen Mini-Werkteil bis zum Schaltknauf für die Sonderausstattung einer Edelkarosse. "Vor allem liegt das jedoch daran, dass wir unglaublich flexibel agieren können. Unsere Mitarbeiter zeigen vollen Einsatz und wir haben schon viel ausgebügelt, was beim Kunden an Planung schiefgelaufen ist", berichtet Harald Schweizer. "Was haben wir schon nachts gearbeitet oder sogar übers ganze Wochenende, damit der Kunde die benötigten Werkteile noch rechtzeitig bekommt", sinniert sein Bruder. Der Lohn sind zufriedene Kunden. Wie der, von dem Monika Schweizer erzählt: "Der hat erst vor zwei Wochen gesagt: Auf euch kann man sich einfach total verlassen", weil wir so schnell liefern konnten."

Neben den kompetenten Mitarbeitern und dem umfangreichen Maschinenpark ist es die gefragte Zertifizierung DIN EN ISO 9001, auf die viele der Kunden Wert legen. "Das ist wichtig. Nur mit einer Babette geht es heute nicht mehr . . ." , stellt Armin Schweizer fest.


Weitere Infos im Internet unter www.schweizer-metalltechnik.de

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