Engagement für Schwalben

Das Ehepaar Holz aus Hohenstaufen wurde für ihr Engagement für Schwalben ausgezeichnet.

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Wolfgang Rapp (r.) ehrte Christel Holz (im Bild) und ihren Mann fürs Engagement.  Foto: 

„Hier sind Schwalben willkommen“, ist auf der Tafel gleich neben dem Hauseingang in Hohenstaufen zu lesen. Die gast- und tierfreundlichen Hausbesitzer sind Siegfried und Christel Holz, insgesamt 16 „Wohnungen“ hat das Ehepaar an die beliebten Sommerboten vermietet. Gratis versteht sich und ohne Nebenkosten. Einzige Bedingung – sich ab und zu mal sehen lassen.

Besonders schön sei es, wenn der Nachwuchs flügge werde, verraten die Senioren, die den Schwalben schon seit vielen Jahren ein Zuhause bieten. „Die sind sehr treu, kommen immer wieder.“ Kaum ein Vogel erfahre so viel menschliche Sympathie wie die Schwalbe, teilt Dr. Wolfgang Rapp die Meinung des Ehepaars sowie vieler seiner Nabu-Kollegen. „Früher galten Schwalben sogar als Boten des Glücks, die das Haus vor Feuer und Blitz sowie das Vieh im Stall vor Krankheiten bewahrten“, weiß der Vorsitzende des Naturschutzbunds, der jetzt in Form einer Urkunde und der erwähnten Tafel das Siegel „Schwalbenfreundliches Haus“ übergeben hat.

Nötig ist es – denn die Zahl der Glücks- und Wetterkuriere gehe zurück. Rauchschwalben, so Rapp, gelten als gefährdet und stehen in Baden-Württemberg auf der Roten Liste. Insofern seien Schwalbennester gesetzlich geschützt, wer diese entferne, müsse mit einem hohen Bußgeld rechnen. „Mit der Auszeichnung möchte der Nabu die Rauch- oder Mehlschwalben unterstützen und den Menschen dafür danke sagen“, betont der 72-Jährige. Immer seltener finden die Vögel heutzutage geeignete Nistmöglichkeiten. „Aufgrund von Sanierungsmaßnahmen verschwinden solche Nester an Gebäuden, werden hinterher nicht mehr angebracht oder ganz bewusst beseitigt“, erzählt der Vorsitzende und freut sich: „Und da sind Christel und Siegfried Holz eine tolle Ausnahme. Nach ihrer Fassadensanierung haben sie alle 16 Schwalbennester wieder angebracht“.

Wo viele Vögel nisten, bleibt freilich auch die Verschmutzung nicht aus. „Wir haben unter alle Nester Kotbrettchen angebracht, die fangen den Schmutz auf und lassen sich gut reinigen“, sagt Christel Holz und ergänzt lachend: „Außerdem ist das wie Guano, also ein prima Dünger.“ Die waschechte Hohenstauferin ärgert sich keineswegs über die natürlichen Ausscheidungen. Vielmehr freut es sie, die lebhaft ein- und ausfliegenden Schwalben zu betrachten. Für Wolfgang Rapp ist das Ehepaar ein exemplarisches Beispiel: „Jetzt hoffen wir auf viele Nachahmer.“ E-Mail: kontakt@nabu-gp.de oder Tel.: (07165) 8705.

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