Metall birst unter der Kraft der Gedanken

Was undenkbar erschien, gelang dem Mentaltrainer Gerhard Conzelmann und Shaolin-Mönch Shi Yan Yan. Sie füllten die Göppinger Stadthalle.

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900 Menschen verharren gebannt. Minutenlang Stille. Kein Hüsteln, kein Räuspern, Nicht ein Geräusch ist zu vernehmen. Auf der Bühne der Göppinger Stadthalle steht mit geschlossenen Augen, standfest und breitbeinig, der Shaolin-Mönch Shi Yan Yan, wirbelt flügelschlagend und rhythmisch in Tai-Chi-Haltung mit den Armen durch die Luft, fächert sich, zieht, schiebt und verteilt unsichtbare Energie über den Kopf in seinen Körper hinein, baut 80, 90 Sekunden lang Spannung auf, greift nach einer meterlangen, flachen Metallstange, holt aus und donnert sich diese rücksichtslos auf den Schädel. Irgendwo stöhnt irgendwer ein mitleidiges: "Oh mein Gott!". Die Stange zerbricht wie sprödes Material. Kein Blut, kein schmerzhafter Schrei. Dann wendet sich Shi Yan Yan den 900 Menschen in der Göppinger Stadthalle zu, verbeugt sich kurz, lächelt und verschwindet wieder. So als wäre nichts passiert.

In der proppenvollen Halle löst sich greifbare Anspannung in ungläubigem Beifall auf. Dabei ging es am Mittwochabend doch "nur" um das Thema "Kraft der Gedanken". Drei Stunden lang demonstrierten der 64-jährige Mentaltrainer, promovierte Physiker, Unternehmensberater und Präsident des International Shao Lin Institute im hessischen Hadamar, Dr. Gerhard Conzelmann, und der 28 Jahre junge Shaolin-Mönch Shi Yan Yan, was gebündeltes Bewusstsein und trainiertes Unterbewusstsein eines Menschen zu leisten vermögen. Undenkbares, Unmögliches dennoch zu realisieren.

Das Geheimnis unbesiegbarer Shaolin-Mönche sei kein überirdisches, sagt Conzelmann und sei nur in ihrem Denken und Bewusstsein verankert. Denken - wissenschaftlich betrachtet - sei Energie, die man sogar fotografieren könne. Kompakt konzentriert wie ein Laserstrahl habe es Shi Yan Yan geschafft, Energie auf seiner Schädeldecke zu platzieren und Schmerz auszublenden, erklärt Conzelmann. Seit 1500 Jahren seien Shaolin-Mönche dazu in der Lage. Weil sie 20 Prozent ihrer Zeit dafür verwendeten, die Technik des Shaolin Kung Fu zu trainieren und mit einer Steuerung des Geistes Beherrschung über den eigenen Körper zu erlangen. Conzelmann: "Shaolin-Mönche werden nicht krank und im Durchschnitt 98 Jahre alt." Auch mit über 90 Jahren gelänge ihnen noch, was Shi Yan Yan wie ein Kinderspiel praktiziert.

Ohne Energie geht nichts. Gerhard Conzelmann besitzt genug davon, hat Stehvermögen, lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, plaudert, erklärt, unterhält und erzählt. Er bleibt auch unbeirrt, als der Computer, den er beim Vortrag nutzt, wegen unterbrochener Energiezufuhr kurzerhand aussetzt. Shi Yan Yan hat einen weiteren spektakulären Auftritt. Setzt sich die Spitzen zweier Holzspeere an den Halsmuskel und drückt mit dem vollen Körpergewicht darauf. Bis sich die zwei Meter langen Schäfte durchbiegen. Kein Blut, keine Schramme. 50 000 Gedanken jagen täglich durch ein menschliches Gehirn, erklärt Gerhard Conzelmann. 80 Prozent davon nähmen uns Energie. Diese Kraft des Denkens führe zum Scheitern. Shaolin-Mönche können Negativgedanken komplett ignorieren und aus positiver Kraft tanken. Sie haben die Fähigkeit entwickelt, an nichts denken zu können.

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