Meist sind Handys an Schulen verboten

In den Schulen im Landkreis Göppingen gibt es größtenteils Handyverbote. Diese wurden zum Selbstschutz der Schüler eingerichtet. Doch nicht immer wird sich an dieses Verbot gehalten.

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Smartphones sind aus der heutigen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Trotzdem sind diese in der Waldorfschule Faurndau tabu. Weder Schülern noch Lehrern ist die Nutzung während den Schulzeiten erlaubt. Besonders Lehrer, die als Vorbilder für Schüler dienen, sollten sich an diese Regelungen halten. Rektor Axel Dittus sagt allerdings auch, dass "die Einhaltung bei Schülern nicht einfach ist, weil man diesen keiner Leibesvisitation unterziehen darf und kann." Trotz handyfreier Schule, ist das Handy ein ständiges Gesprächsthema in Lehrerkonferenzen. Doch nicht alle Schüler halten sich an das Verbot und verwenden ihr Handy während des Unterrichts, was als Störfaktor wahrgenommen wird.

Ähnlich sieht es im Werner-Heisenberg-Gymnasium in Göppingen aus. Dort sind Handys zwar erlaubt, allerdings nur in den Pausen in ausgewählten Bereichen. Klingelt ein Handy im Unterricht, wird dieses wie auch in der Faurndauer Waldorfschule abgenommen und im Sekretariat hinterlegt. Rektor Manfred Pohl ist es wichtig, dass die Kinder einen "vernünftigen Umgang mit Medien lernen", weshalb ein absolutes Handyverbot seines Erachtens nach nicht von Vorteil wäre. Daher sind auch den Empfang mindernde Fenster und Störmelder für Pohl keine Option.

Im Göppinger Freihof-Gymnasium sind Handys auch nicht erlaubt und werden bei Benutzung einbehalten. Schülern ist es laut Schulordnung verboten, ihre Handys während der Schulzeiten auf dem gesamten Gelände anzuschalten und zu benutzen. Ausschließlich die Oberstufe darf elektronische Geräte wie Laptops oder Tablets in Freistunden, Mittagspausen und am Nachmittag für Recherchezwecke verwenden, stellt die stellvertretende Schulleiterin Claudia Mack klar. Mobiltelefone sind von dieser Regelung allerdings ausgeschlossen. Viele Oberstufenschüler empfinden das Handyverbot an der Schule als "Schwachsinn". Das wird wohl auch ein Grund dafür sein, weshalb sie sich nicht an die Regelung halten und ihr Handy trotzdem auch während des Unterrichts angeschaltet haben und auch verwenden. "Wir benutzen unsere Handys auch als Wörterbuch oder googeln etwas zum Unterrichtsthema", sagt eine Oberstufenschülerin. Gerade diese Schüler denken, dass das strikte Handyverbot für die Oberstufe aufgehoben werden sollte - für jüngere Schüler erachten sie es aber für sinnvoll.

Lehrer Andreas Förschler vom Freihof-Gymnasium ist ein Verfechter des Handyverbots - besonders für die Unterstufe. Die jungen Schüler sind "sich in der Regel des Ausmaßes der Gefahren nicht bewusst". Dennoch gestattet er die Nutzung des Handys in absoluten Notfällen. Dabei darf das Gerät allerdings nur in seiner Gegenwart an- und wieder ausgeschaltet werden. Seine Kolleginnen Petra Fröhlich und Marion Welz sehen diese Problematik ähnlich. Sie empfinden die Benutzung des Handys "im Großen und Ganzen wie eine Seuche, denn Schüler denken, sie könnten nicht mehr ohne ihre Handys leben". Deshalb sind die Lehrerinnen für das Verbot. Zum einen lenkt die Verwendung des Handys vom Unterricht ab, zum anderen sollten Schüler durch das Verbot vor sich selbst geschützt werden.

Doch laut Aussagen einiger Schüler sind nicht alle Lehrer in dieser Hinsicht so streng. Einigen scheint die Verwendung egal zu sein, weshalb sie die Handys auch nicht einziehen und im Sekretariat abgeben. Lehrer Frank Stenker schmunzelt: "Was soll ich mit so vielen Handys?"

Anders läuft es in der Kaufmännischen Schule Göppingen. Dort herrscht kein Handyverbot und Lehrer dürfen selbst entscheiden, in wie weit Schüler Smartphones im Unterricht verwenden dürfen. "Jedoch sollen sie während der Unterrichtszeiten private Unterhaltungen über SMS und andere Dienste unterlassen", erklärt Rektor Dr. Werner Faustmann. Da es aber trotzdem zu privaten Unterhaltungen kommt, stellt das Handy auch hier einen Störfaktor dar.

Nur in Thomas Schnells Mathematikunterricht an der Heinrich-Schickhardt-Schule in Bad Boll spielt das Handy eine wichtige Rolle. Dort werden keine Arbeitsblätter mehr verteilt, sondern Apps für Aufgaben verwendet. "Warum soll ich so viele Blätter ausdrucken, wenn die ganzen Sachen als Apps zur Verfügung stehen?", sagt Schnell, Schulleiter der Heinrich-Schickhardt-Schule. "Da kann man eine Funktion eingeben und sieht dann Schaubilder und Schnittpunkte, das ist unheimlich gut." Trotzdem dürfen die Smartphones während der Klassenarbeiten nicht behalten und verwendet werden. Dies ist auch an vielen anderen Schulen im Kreis so: Das Ausschalten von Handys ist dort während der Arbeiten Pflicht. Abhängig vom Lehrer sei dabei, ob die Handys sogar am Pult abgegeben werden müssen.

Missbrauch durch Smartphones an Schulen

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