Marode Bahnbrücke provisorisch repariert

Der Baubeginn an der neuen Faurndauer Bahnbrücke verzögert sich weiter. Deshalb ließ das Regierungspräsidium die altersschwache Brücke stabilisieren. In den Sternen steht die geplante Verlegung der K 1410.

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Mit einigen Stahlträgern wurde ein Teil der Bahn-Brücke bei Faurndau jetzt repariert, weil der Neubau sich weiter verzögert. Foto: Giacinto Carlucci

Die Pläne zum Neubau der Brücke über die Gleise zwischen Göppingen und Faurndau kommen nur noch im Schleichgang voran. Vor 2015 wird es nichts mit einem Ersatz für das kaputte Bauwerk.

Der schlechte Zustand der zweiteiligen Brücke hatte bereits Konsequenzen: Schwertransporte durften monatelang nicht darüber rollen. Das Regierungspräsidium in Stuttgart als Bauherr hat deswegen mit einem Provisorium reagiert: Mit Stahlträgern wurde der nordöstliche Teil, der die ehemalige Nebenbahn überspannt, vor kurzem notdürftig stabilisiert, um Schwertransporte wieder möglich zu machen. Clemens Homoth-Kuhs, Sprecher des Regierungspräsidiums, bestätigte gestern, dass der Neubau sich weiter verzögern werde.

Der Grund dafür, dass Sand im Getriebe ist, liegt auch im komplizierten Geflecht der Zuständigkeiten. Bauherr ist das Regierungspräsidium. Die Stadt Göppingen und die Bahn sind dessen Partner. Daraus ergeben sich zum Teil zähe Verhandlungen. Im Falle der Bahnbrücke müssen beispielsweise die Sperrpausen der Bahn für die Filstaltrasse mit etwa zwei Jahren Vorlaufzeit abgestimmt werden, erklärt Helmut Renftle, Leiter des städtischen Fachbereichs Tiefbau, Umwelt und Verkehr. Außerdem muss im Zuge des Neubaus ein neues Oberleitungssystem errichtet und finanziert werden. Es sei also nicht damit zu rechnen, dass die neue Brücke vor 2015 fertig wird, so Renftle.

Das hat auch Auswirkungen auf die mit dem Brückenneubau verbundene Verlegung der K 1410 auf die ehemalige Bahntrasse des "Gmünder Josefle". Die Kreisstraße soll an die neue Bahnbrücke und die B 297 angeschlossen werden und vom ehemaligen Bahnhof Faurndau Nord bis zur Ortsgrenze Richtung Rechberghausen auf die ehemalige Bahntrasse geführt werden. Das soll die Rechberghäuser Straße vom Durchgangsverkehr entlasten. Vorgesehen ist auch, den auf der Bahntrasse verlaufenden Radweg aus Richtung Rechberghausen bis zur Filstalroute zu verlängern.

Dieses Vorhaben hat der Gemeinderat zwar vor 15 Jahren beschlossen. Nun scheint es jedoch in weite Ferne gerückt zu sein. Grundsätzlich förderfähig ist die neue Straße zwar, das hat die Stadt schriftlich. Bei der Finanzierung hat allerdings der Regierungswechsel in Stuttgart deutliche Bremsspuren hinterlassen. Knackpunkt ist die fehlende Förderzusage des Regierungspräsidiums: Weil die Landesregierung keine neuen Baumaßnahmen mehr fördern will, die Straßenverlegung aber als solche einstuft, steht die Zusage in den Sternen.

Die Stadt Göppingen beharrt hingegen darauf, für die Verpflichtung des städtischen Finanzierungsanteils zunächst die Förderzusage aus Stuttgart zu bekommen. "Das war bei anderen Bauvorhaben bisher nie ein Problem", sagt Helmut Renftle. In vielen Verhandlungsrunden versuche die Kommune, "den gordischen Knoten zu zerschlagen", so Renftle, wer seine Finanzierungszusage zuerst abgeben muss. Weil aber bis zum Brückenneubau ohnehin noch viel Zeit verstreichen wird, brenne der Stadt das Problem nicht auf den Nägeln.

Der Sprecher des Regierungspräsidiums sagte, der Brückenneubau habe für das RP "hohe Priorität". Deshalb gebe es auch für die neue Kreisstraße einen Hoffnungsschimmer. Sicher ist: Vor 2016 ist daran nicht zu denken, denn zunächst muss die neue Bahnbrücke und der Anschluss fertig gestellt sein.

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