Mammutprogramm auf dem Kirchentag

Gezielt Favoriten abklappern oder gemütlich Flanieren – das Mammutprogramm des Kirchentags in Stuttgart gehen Besucher unterschiedlich an. Mit einem Kommentar von Tobias Flegel.

|
Unerfahrenen Besuchern des evangelischen Kirchentags in Stuttgart rät Pfarrerin Kathinka Kaden aus Donzdorf zu einer Auswahl. „Das Angebot ist überwältigend“, sagt Kathinka Kaden. Viele machten sich vorab einen Fahrplan mit ihren Veranstaltungen als Stationen. Aber: „Mehr als vier bis fünf Veranstaltungen schafft man sowieso nicht“, warnt die Geistliche. Ein Hindernis sind die Entfernungen zwischen den Veranstaltungsorten. „Man muss schauen, wie weit die Wege sind, sonst ist man ewig unterwegs“, sagt die Pressebeauftragte des Kirchenbezirks Göppingen, Mechthild Friz.

Genau das ist für andere der Reiz. „Manche lassen sich auch gerne treiben“, weiß Kaden. Beim Flanieren durch Stände, Bühnen und Häuser begegneten Besucher häufig bekannten Gesichte. Für einige stehen solche am Mittwochabend im oberen Abschnitt von Königsstraße und Theodor-Heuss-Straße.

Unmittelbar an Stuttgarts Party-Meile haben Kathinka Kaden und ihre Mitstreiter einen Platz für ihren Stand bekommen. Die Pfarrerin und rund 20 weitere Männer und Frauen aus dem Filstal stehen heute Abend an der Ecke Theodor-Heuss- und Kienestraße. Besuchern des Kirchentags bietet das Team ab etwa 19 Uhr Butterbrezeln und Säfte an.

Die Gruppe aus dem Filstal ist nicht die einzige aus dem Kreis. Andere verkaufen Bratwürste oder „Arme Ritter“ – eine Speise aus Brot, Eiern und Milch – sowie andere Leckereien beim „Abend der Begegnung“ am Mittwoch. Leckeres bieten ebenfalls Gruppen aus Bünzwangen, Eschenbach und anderen Gemeinden sowie das evangelische Jugendwerk aus Eislingen an. Andere informieren über ihre Anliegen: Vertreter aus dem Kirchenbezirk Göppingen wollen Besuchern die Partnerschaft mit dem Kirchenbezirk Menchum in Kamerun vorstellen. Sie und die übrigen Teilnehmer aus der Region stehen am Mittwochabend im Bezirk „Ostalb“ im oberen Teil der Königstraße. Der Abschnitt ist einer der sieben Regionen aus Baden-Württemberg.

Bläser auf dem Kronprinzplatz

Der Kirchenbezirk Göppingen trägt Schmackhaftes und Informatives sowie Unterhaltung bei. Kirchenmusikdirektor Gerald Buß dirigiert am Mittwochabend um 22 Uhr rund 100 Sänger und ein Dutzend Bläser auf dem Kronprinzplatz. Der Kantor des Kirchenbezirks Göppingen, Klaus Rothaupt, und seine Frau Verena haben ein Singspiel komponiert. Musiker aus Göppingen, Lorch und eine Bläsergruppe treten ebenfalls auf. Zu sehen ist zudem ein Schauspieler aus Göppingen in dem Stück „Play Luther“.

In der Scharrena gegenüber hat das evangelischen Jugendwerk aus dem Bezirk Göppingen eine Foto-Box aufgebaut. Junge Besucher können in der Kabine ihre Vorstellung vom Motto des Kirchentags „Damit wir klug werden“ mit einem Selbstauslöser verwirklichen. Einen digitalen Abzug von drei aufeinanderfolgenden Aufnahmen können die Besucher später mitnehmen.

Wer sonst das viertägige Großereignis mitgestaltet, lässt sich nicht genau in Erfahrung bringen. „Bei weiter entfernten Kirchentagen wurde eine zentrale Anfahrt organisiert“, erklärt Mechthild Friz. Der Pressebeauftragten aus Göppingen zufolge laufen die Fäden für eine Teilnahme dieses Jahr nirgends im Kreis zusammen. „Die Gruppen haben sich selbst angemeldet“, sagt Friz. Der Kirchenbezirk habe keine Übersicht von allen Beteiligten aus dem Raum Göppingen.

Ein Kommentar von Tobias Flegel: Botschafter der Region

Der Kirchentag ist nicht nur eine Veranstaltung für hartgesottene Bibelkenner. Das vollgepackte Programm über mehrere Tage richtet sich an Interessierte aller Glaubensrichtungen. Die Besucher bekommen bei Diskussionen sowie Vorträgen geistiges Futter und können sich über das Gehörte austauschen. Ein Gegengewicht zu eher ernsten Teilen des Angebots sind Konzerte, Theateraufführungen und andere Unterhaltungsformate.

Einzelne und Gruppen aus dem Kirchenbezirk Göppingen liefern Bausteine für das pralle Programm. Sie dirigieren, singen oder spielen bei einer der Veranstaltungen oder heißen Besucher am Eröffnungsabend mit Speisen und Getränken willkommen. Die Beiträge mögen nicht zu den bedeutensten des Programms gehören, aber sie tragen bei zu einer einladenden Stimmung. Die Mitwirkenden aus dem Kirchenbezirk sind Botschafter der Region um Göppingen. Durch ihren Auftritt in Stuttgart geben sie ihrer Heimat ein Gesicht, das Besucher aus anderen Teilen der Republik mit nach Hause nehmen. Wie sich andere an den Kirchentag erinnern werden, haben die Beteiligten aus Göppingen mit in der Hand.

Anerkennung verdienen die Menschen aus dem Kirchenbezirk für ihre Tatkraft. Die Männer und Frauen aus Fils- und Lautertal sprechen bei dem Großereignis nicht nur über ihre christliche Überzeugung, sie füllen sie in Stuttgart mit Leben. Und das aus freien Stücken.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Hoher Schaden nach Wohnungsbrand in Salach

Bei einem Wohnungsbrand in Salach am frühen Samstagmorgen entstand ein hoher Schaden von etwa 50.000 Euro. weiter lesen