Märklin-Schatz soll nach Göppingen

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Der Name des belgischen Unternehmers, der im Besitz einer der weltweit größten Märklin-Sammlungen ist, war jahrzehntelang eines der bestgehüteten Geheimnisse der Modellbahn-Szene. Jetzt hat Frans Bevers, Inhaber der gleichnamigen Catering-Firma in Belgien, sich zum ersten Mal öffentlich zu seinen weiteren Plänen mit den unschätzbar wertvollen Stücken, die sogar die des legendären Turmzimmers in den Schatten stellen sollen, geäußert.

„Ich möchte, dass die Sammlung nach meinem Tod in die Heimat von Märklin zurückkehrt“, betonte der 70-Jährige, der seine Raritäten auf Trödelmärkten oder Auktionen überall auf der Welt aufstöbert, gegenüber der NWZ. „Früher oder später sollte die Sammlung in eine Stiftung überführt werden und dann im Göppinger Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden“, erklärte Bevers, der seit 50 Jahren Raritäten von Märklin sammelt und so in den Besitz von einmaligen, teilweise sogar noch originalverpackten Schmuckstücken gekommen ist. Die Sammlung umfasst absolute Seltenheiten von 1859, dem Gründungsjahr von Märklin, bis heute. Einen konkreten Zeitplan mochte Bevers nicht nennen. „Wir versuchen, das möglichst schnell zu verwirklichen.“ Als Träger der Stiftung könnte sich der Sammler das Land Baden-Württemberg, die Stadt Göppingen und den Modellbahnhersteller selbst vorstellen. „Wir versuchen, dafür eine Lösung zu finden.“

Bisher war nur bekannt gewesen, dass Bevers Märklin zugesagt hatte, nach Fertigstellung des neuen Märklin-Museums am Stammsitz, das alles in allem 11,3 Millionen Euro kosten soll, Teile seiner Privatsammlung als Leihgabe zu zeigen.

Dieses Versprechen hat Bevers, der eine langjährige Geschäftsbeziehung zum Auktionshaus Hohenstaufen in der Göppinger Rosenstraße pflegt und dort auch schon einige Raritäten gekauft hat, jetzt konkretisiert. „Wir wollen Themensammlung zeigen, etwa alte Dampfmaschinen, die Spur 2, aber auch Mädchenspielzeug, Puppenwagen oder Autos von Märklin zum Schwerpunkt machen.“

Diese Themensammlungen, für die in dem neuen Museum insgesamt 260 Vitrinen vorgesehen sind, sollen dann jeweils sechs Monate zu sehen sein, sagt der belgische Unternehmer. „Das muss aber alles noch genau geplant werden.“

Sollte seine komplette Sammlung tatsächlich für immer  an das Märklin-Museum gehen, würde Göppingen nach Meinung von Insidern endgültig zum Mekka der Märklin-Begeisterten überall auf der Welt aufsteigen. Schon dass in dem Museumsneubau als Teil von insgesamt 7000 Exponaten die bisher verborgenen Schätze des legendären Turmzimmers zu sehen sein werden, gibt Märklin-Chef Florian Sieber Anlass zu den größten Hoffnungen. Er rechnet nach der Fertigstellung im Jahr 2018 mit jährlich mehr als 250 000 Besuchern.

Ein KOMMENTAR von Joa Schmid: Sensation vor Weihnachten

Die Bescherung für Märklin so kurz vor Weihnachten könnte nicht schöner sein. Nicht nur, dass das Göppinger Traditionsunternehmen nach Angaben von Firmenchef Florian Sieber wieder schwarze Zahlen schreibt, jetzt besteht auch noch die begründete Hoffnung, eine der weltweit größten Märklin-Sammlungen nach Göppingen zu holen und damit das neue Märklin-Museum am Stammsitz in Göppingen für Sammler auf der ganzen Welt zum Mekka zu machen.

Die Ankündigung des belgischen Unternehmers Frans Bevers, seine Sammlung in eine Stiftung überführen zu wollen und sie in die Heimat des Modellbahnherstellers zu geben, gleicht einer Sensation. Wie ernst es Bevers mit seinem Ansinnen ist, zeigt allein die Tatsache, dass er dafür seine Anonymität aufgegeben und das in der einschlägigen Märklin-Szene bestgehütete Geheimnis um den belgischen Sammler selbst gelüftet hat. Die Stadt, das Unternehmen Märklin und das Land sollten sich die Chance, diesen einmaligen Schatz nach Göppingen zu holen, nicht entgehen lassen. Die Stiftungsidee des Belgiers ist gut und sollte  unterstützt werden. Nicht nur für das neue Museum selbst, sondern auch für den Tourismus böten sich mit den Raritäten des Belgiers und denen des Turmzimmers riesige Chancen. Die gilt es zu nutzen.

Das neue Museum soll nicht nur für Sammler sein, hatte  Märklin-Chef Florian Sieber bei der Vorstellung der Pläne erklärt. „Es soll keine leblose Ausstellung werden, sondern eine große Märklin-Erlebniswelt, mit imposanter Modellbahnanlage und neuesten technischen Features, die Kinder und Erwachsene aus aller Welt begeistert.“

Der Baubeginn des 11,3-Millionen-Euro-Projektes ist für nächstes Jahr vorgesehen. Rund 7000 Exponate sollen gezeigt werden – darunter die „Storchenbein“ von 1891.

Eine von der Göppinger Kreissparkasse gegründete Märklin-Stiftung macht’s möglich. Mit dem Kauf der Märklin-Sammlung des ­legendären Turmzimmers sichert sie die Exponate für den Standort
Göppingen. Kürzlich hat der Modellbahnhersteller die ersten Pläne für das „märklineum“ vorgestellt. 

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Märklin Erlebniswelt

Märklin wird am Göppinger Stammsitz ein neues Museum - das „Märklineum“ - bauen, um darin die geheimen Schätze des Turmzimmers zu präsentieren.

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