Lust auf die Swinging Sixties

Traditionell übernimmt der Kreisarchivar auch den Vorsitz des Geschichts- und Altertumsvereins Göppingen. Dr. Stefan Lang, eben ins Amt gewählt, hat jedenfalls keine Angst, dass ihm die Projekte ausgehen.

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Der Kreisarchivar ist gleichzeitig Vorsitzender des Geschichts- und Altertumsvereines (GAV). Welche Vorteile sehen Sie darin?

DR. STEFAN LANG: Als Kreisarchivar kann ich auf die Bestände des GAV zurückgreifen, als Vereinsvorsitzender bin ich mit allen haupt- und ehrenamtlichen Geschichtsarbeitern im Landkreis gut vernetzt. Und da hier die Zusammenarbeit aller Archive und geschichtlichen Vereinigungen erfreulicher Weise ohne Eifersüchteleien sehr gut funktioniert und sich alle gegenseitig unterstützen, ist die Verzahnung in jeder Beziehung ein Gewinn.

Bei der Hauptversammlung wurde jüngst deutlich, dass der GAV an einer gewissen Überalterung leidet. Wie wollen Sie dieser Entwicklung entgegen wirken?

LANG: Es ist ein deutschlandweites Phänomen, dass Geschichtsvereine eher ältere Mitglieder haben. Viele beginnen erst im Ruhestand, sich eingehender mit Geschichte zu beschäftigen. Es ist also wichtig, junge Mitglieder zu werben. Dabei gilt es, die richtige Balance zwischen Tradition und Innovation zu halten. Deshalb werden bewährte Veranstaltungsreihen wie der Nachmittag der Adelberger Geschichte, zu dem übrigens in meinem Geburtsjahr zum ersten Male eingeladen worden war, oder die "Göppinger Köpfe" in Kooperation mit dem Stadtarchiv Göppingen fortgeführt. Und wir werden, wie es seither schon gute Tradition im Landkreis ist, weiterhin Nachwuchswissenschaftler fördern. Außerdem möchte ich verstärkt auf die Schulen im Landkreis zugehen. Ich denke etwa an Besuche von Schulklassen im Kreisarchiv. Ich habe selbst erlebt, dass die konkrete Beschäftigung mit Geschichte quasi vor der Haustüre spannend und bewegend ist. So kann es gelingen, Kinder und Jugendliche schon bald für Regionalgeschichte zu begeistern.

Junge Menschen lassen sich besonders von modernen Medien ansprechen.

LANG: Richtig, deshalb wollen wir auch die Homepage des GAV noch aktueller halten und den Internetauftritt des Kreisarchivs kontinuierlich ausbauen.

Welche Projekte planen Sie und das Kreisarchiv für die nahe Zukunft?

LANG: Zunächst wollen wir mit dem Landkreis Esslingen und der Universität Tübingen mittelfristig einen Burgenweg realisieren. Dann feiert der Landkreis 2013 sein 75-jähriges Bestehen. 2014 jährt sich der Ausbruch des Ersten Weltkrieges zum 100. Mal, 2018 der des Dreißigjährigen Krieges zum 400. Male. Und dann hätte ich auch mal richtig Lust, die Swinging Sixties wieder aufleben zu lassen.

Die Projekte gehen ihnen also nicht aus?

LANG: (lacht) Auf keinen Fall. Wir leben in einer tollen und vielfältigen historischen Landschaft. Der Landkreis Göppingen war mit seinem wichtigen Verkehrsweg durch das Filstal immer mittendrin in aktuellen Entwicklungen. Es gibt also noch jede Menge interessanter Aspekte, die auf uns warten.

Und im Kreisarchiv, wo sehen Sie dort wichtige Aufgaben?

LANG: Wichtig sind in Zukunft die aussagekräftige Übernahme von digitalen Objekten und ihre dauerhafte Sicherung in unseren Archivbeständen. Und dann wollen wir ins Internet eine Übersicht über unsere Bestände einstellen. Bei all dem wird aber die historische Bildungsarbeit weiterhin ein ganz zentrales Thema und unser Aushängeschild bleiben.

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