Ludwigsburg und Montbéliard überwanden Kriegsgräben

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Die älteste deutsch-französische Städtepartnerschaft wurde 1950 begründet: zwischen Ludwigsburg und Montbéliard.

Schon fünf Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, lange vor dem von De Gaulle und Adenauer 1963 unterzeichneten Elysée-Vertrag, nahmen Ludwigsburg und Montbéliard Kontakte auf.

Das kam so: Bei einer Tagung des Internationalen Verbandes der Bürgermeister am 31. Mai 1950 in Stuttgart trafen der Ludwigsburger OB Elmar Doch und sein Kollege aus Montbéliard, Lucien Tharradin, zusammen. Keine einfache Begegnung: Tharradin war im Krieg als französischer Widerstandskämpfer von den Deutschen gefangengenommen und ins Konzentrationslager Buchenwald gebracht worden. Doch die beiden Männer fanden sich sympathisch und kamen überein, freundschaftliche Beziehungen aufzunehmen.

Doch in Montbéliard waren die Menschen noch nicht reif für eine Partnerschaft. Zu frisch die im Krieg geschlagenen Wunden. "Die Schwierigkeiten waren immens. Die Mömpelgarder hegten keine freundschaftlichen Gefühle gegenüber den Deutschen", erinnert sich der damalige Vizebürgermeister Becker. Deutsche in Privatquartieren aufzunehmen, sei damals für die Bürger noch unvorstellbar gewesen.

Doch die Fußballer bildeten das Treibmittel für die sich anbahnende Partnerschaft. Eine Jugendmannschaft des FC Sochaux-Montbéliard reiste an Weihnachten 1951 erstmals zu einem Turnier nach Ludwigsburg, man schloss Freundschaft und reiste im Folgejahr zum Gegenbesuch.

Die historischen Beziehungen zwischen Württemberg und Montbéliard erleichterten das Zusammenkommen. Montbéliard war ab 1397 knapp 400 Jahre lang eine württembergische Exklave in Frankreich.

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