Liebe wuchs im Krankenhaus

Im Göppinger Krankenhaus hatten sie sich einst kennengelernt. Er war damals Patient, sie Krankenschwester. Heute feiern Emma und Josef Kompalla ihre diamantene Hochzeit.

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Emma und Josef Kompalla lernten sich vor fast 70 Jahren im Göppinger Krankenhaus kennen. Heute feiern sie diamantene Hochzeit. Foto: Elke Berger

"Kurz bevor ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde, ist sie mir begegnet", erinnert sich Josef Kompalla an die freundliche Krankenschwester, die ihn nach dem Krieg im Göppinger Krankenhaus pflegte.

Ganze fünf Jahre hatte er in der Klinik verbracht. 1944 war der gebürtige Schlesier nach einer Schussverletzung und Wundbrand mit dem Lazarettzug nach Göppingen gekommen. Emma Bernhart, wie sie damals noch hieß, hatte ursprünglich eine kaufmännische Ausbildung absolviert, arbeitete aber als Pflegekraft und bekam den Patienten Kompalla 1949 zugeteilt. Sympathisch waren sich beide recht schnell, doch schon kurze Zeit später wurde er als Invalide entlassen und zog zu seiner Schwester nach Hessen. "Wir haben den Kontakt gehalten und 1951 kam er endlich wieder zurück nach Göppingen", erzählt die Sudetendeutsche Emma Kompalla.

Am 26. April 1952 wurde geheiratet. Standesamtlich in Göppingen und kirchlich bei ihren Eltern in der Oberpfalz mit 15 Gästen. "Unsere Hochzeitsreise war die Rückfahrt nach Göppingen." Erst ein halbes Jahr nach der Hochzeit konnten sie ihre erste gemeinsame Wohnung beziehen. Emma Kompalla arbeitete mittlerweile als Haushalts- und Bürohilfe bei einem Architekten. Ihr Mann, gelernter Schreiner, fand Arbeit in der Holzspielzeugfabrik Schmohl und wechselte später zu Märklin. "Durch meine Kriegsverletzung konnte ich nur noch im Sitzen arbeiten."

1956 wurde ihre Tochter geboren, 1961 der Sohn. Die Familie ist gerne verreist, 20 Jahre lang verbrachte sie ihren Urlaub stets am Wolfgangsee, aber auch andere Ecken haben sie gesehen. 1999 ereilte die Familie ein schwerer Schicksalsschlag, als der mittlerweile 37-jährige Sohn erkrankte. "Von heute auf morgen bekam er Durchfall und Fieber. Wir brachten ihn in die Klinik, aber keiner konnte ihm helfen." Nach drei Wochen starb er. Trotzdem hält die Familie bis heute fest zusammen, die Tochter und der Schwiegersohn wohnen im Nebenhaus.

Respekt und Zufriedenheit bezeichnen die Kompallas, beide Jahrgang 1925, als ihr Rezept für die lange Ehe: "Wir haben immer zusammengehalten und ganz normal gelebt." Natürlich gehöre auch Humor zum Ganzen. Heute verbringen die beiden gerne Zeit in ihrem Garten.

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