Lesung Ulrich Kliebers bei Frenzel

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Ulrich Klieber las im Göppinger Kunsthaus Frenzel aus dem Manuskript zu seinem neuen Buch.  Foto: 

„Die Geräuschkulisse laut. Der nie abbrechende Dauerton des rauschenden Verkehrs. Meist Velos und Motorräder. Es sind tausende, zig tausende. – Es ist still. Absolute Stille. Nichts. Kein Vogelgezwitscher. Kein Velo. Man kann die Stille hören.“ Auch im Kunsthaus Frenzel ist es mucksmäuschenstill, als Ulrich Klieber aus dem Manuskript zu seinem neuen Buch liest, das frühestens im nächsten Jahr erscheinen wird. Der Zuhörer kann die verschiedenen Welten – Ho-Chi-Minh-City hier und das oberbayerische Murnau dort – fast körperlich spüren.

Auch die anderen Kostproben des in Göppingen geborenen und aufgewachsenen Künstlers und Kunstprofessors Ulrich Klieber ziehen in Bann. „Back in the USSR“ lautet der Arbeitstitel des Buches. „Wegen der verbindenden Aufbruchsstimmung, des Beatles-Titels“, erklärt er. „Heute läuft es ja leider in eine andere Richtung.“

Klieber selbst ist längst aufgebrochen. „Unterwegssein gibt mir Input“, verrät er. China, Tibet, Vietnam – wie an Bildern, Geschichten und ausgelegten Skizzenbüchern unschwer zu erkennen, ist der Künstler gerade viel im asiatischen Raum „unterwegs“. In verschiedenen asiatischen Welten. In Lanzhou, der grell-laut-bunte Millionenstadt im Nordwesten Chinas, dann in Tibet. „Plötzlich ist sie da“, liest Klieber, „diese unbekannte Sehnsucht. Berge, Hügel, soweit der Himmel reicht. Kaum Bäume und Sträucher, nur Gras. Herden mit schwarzen Schafen. Yaks. Wie dunkle Punkte verteilt in endlosem Grün.“ Seine Art zu schreiben ist wie seine Art zu malen: Skizzenhaft, in rhythmischem Telegrammstil und doch lebendig, prägnant und kompakt auf den Punkt gebracht. Scheinbar mühelos. „Es ist nicht mühelos“ verrät der Künstler, der all seine Manuskripte von Hand schreibt und sie sich dann selbst laut vorliest. „Nichts ist mühelos, aber es muss, wenn es fertig ist, mühelos daher kommen.

Kliebers Texte und Bilder entstehen nicht vor Ort, sondern mit zeitlichem Abstand. Wenn er reisend oder lehrend unterwegs ist, fülle er jede Menge Skizzenbücher. Sie sind die Grundlage seines Arbeitens. Die meisten Bilder entstehen in seinem Atelier in Adelberg, und die neuesten können nun im Kunsthaus Frenzel bewundert werden. Inge Czemmel

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