LEITARTIKEL TOURISMUS Eine Chance für Adelberg

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Auf den ersten Blick scheint es so, als habe die Klostergemeinde auf den Schurwaldhöhen die Kurve für eine weitere touristische Entwicklung genommen. Das Konzept für das einstige Wellenhallenbad ist schlüssig und würde sich gut einbinden in die Strategie des Landkreises, im Gesundheitsbereich weiter an Boden zu gewinnen. Adelberg selbst hätte zudem ein Projekt, auf dem sich aufbauen ließ. Und vor allem hätte die kleine Gemeinde endlich ihr größtes Sorgenkind elegant los bekommen – und dies mit einmütiger Zustimmung des sonst so streitbaren Gemeinderates. Es wäre ein großes Verdienst der engagierten Bürgermeisterin, wenn das die Bürger seit Jahren belastende Thema endlich zu den Akten gelegt werden könnte und über das neue Projekt der Kommune eine neue Perspektive gegeben werden könnte.

Mag die Montemaris-Zukunft auf den ersten Blick gesichert erscheinen, beim zweiten Blick auf das geplante Sauna- und Fitness-zentrum tauchen doch Fragezeichen auf. Die hängen auch mit den Personen zusammen, die sich am Donnerstag Abend dem Gemeinderat als Investoren vorstellten. Zum einen der Vorstandsvorsitzende der SAB AG in Friedrichshafen, der nun als Privat-Investor Interesse zeigt, nachdem er vor einigen Monaten mit seinem Unternehmen von seinen schönen aber kühnen Plänen in Adelberg Abstand genommen hatte. Die AG vom Bodensee ist vor allem für ihre Investionen im zweistelligen Millionenbereich bekannt. Ihm zur Seite steht ein Diplom-Ingenieur, der für die SAB wohl schon Projekte mit betreut haben soll, sowie eine Finanzwirtschaftlerin, die Erfahrungen auf dem internationalen Parkett mitbringt.

Das Trio trat erstaunlich bescheiden auf. Mit einem nur sechsstelligen Betrag soll das Montemaris wieder belebt werden. Wie soll das gehen? Der bauliche Zustand des Adelberger Sorgenkindes lässt zu wünschen übrig, der Badumbau kostet ebenso wie die notwendige anspruchsvolle Einrichtung.

Adelberg wäre eine zukunftsfährige Lösung für das einstige Wellenhallenbad wirklich zu wünschen. Es wäre fatal, wenn das Montemaris zu einem Spekulationsobjekt würde und die Gemeinde am Ende wieder mit leeren Händen dasteht. Vorsicht ist geboten.

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