LEITARTIKEL · TOURISMUSKONZEPT: Dünger für das zarte Pflänzchen

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Noch ein Gutachten? So mancher wird die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn er liest, dass der Kreis ein Konzept für die touristische Entwicklung erstellen lässt. Doch im Gegensatz zu den zahllosen Expertisen, die bereits in den Schränken und Schubladen des Landratsamtes schlummern, soll das nun zu erstellende Papier konkrete Handlungsempfehlungen für Politik und Wirtschaft enthalten. Im Idealfall dient das Ergebnis jenes auf ein halbes Jahr angesetzten Prozesses als Dünger für das noch zarte Pflänzchen Tourismus, das in der Vergangenheit zwar viele gehegt und gepflegt haben, das aber im Schatten des immer noch stark industrialisierten Filstals einfach nicht wachsen wollte.

Ein florierender Tourismus im Landkreis kann gleich mehrere Probleme lösen. Er unterstützt zum einen die Bemühungen um das Standortmarketing (was der Wirtschaft insgesamt zu Gute kommt), er schafft Einrichtungen, von denen auch die Bevölkerung etwas hat und er bietet zahlreiche neue Arbeitsplätze, vor allem für junge Leute. Gerade die braucht der vom demografischen Wandel stark betroffene Landkreis unbedingt.

Neue touristische Strukturen im Landkreis ergänzen zudem schon Vorhandenes: Die Bäderorte würden profitieren, aber auch die Landesberufsschule für das Hotel- und Gaststättengewerbe in Bad Überkingen oder die tourismus-orientierten Studiengänge an Hochschule in Geislingen. Florierender Tourismus wirkt sich aber auch positiv auf die Entwicklung in der Gastronomie und im Handel auf. Ja selbst das Handwerk erhält Aufträge.

Mit pfiffigen Ideen, mutigen Investoren und professioneller Werbung wird es möglich sein, im Landkreis ein neues wirtschaftliches Standbein zu schaffen, das konjunkturelle Einbrüche im klassischen Maschinen- und Werkzeugbau abfedert. Allerdings wird dieser Strukturwandel nur gelingen, wenn die Bevölkerung mitzieht und diese Entwicklung unterstützt. Und wenn es Menschen gibt, die bereit sind, in diesen Wirtschaftszweig zu investieren.

Wenig hilfreich sind da Initiativen, die versuchen, angedachte Projekte wie den Baumwipfelpfad in Wiesensteig, für den es sogar einen Finanzier gibt, im Keim zu ersticken. Macht dieses Beispiel Schule, wird auch die touristische Entwicklung im Landkreis schnell wieder in Stocken geraten. Gut wäre es deshalb, wenn das neue Tourismus-Konzept auch Handlungsanleitungen enthält, wie mit jenen umgegangen wird, die partout immer alles verhindern wollen.

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