LEITARTIKEL · SCHWURWALDQUERUNGEN: Der Spatz in der Hand

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Lieber den Spatz in die Hand als die Taube auf dem Dach: So kommentiert der Birenbacher Bürgermeister Frank Ansorge das geplante Nachtfahrverbot auf der B 297. Das darf man unterstreichen. Einerseits ist es kein Durchbruch, sondern nur eine Verbesserung, was das Regierungspräsidium den Schurwaldgemeinden zur Minderung ihrer Lkw-Belastung bietet. Das Grundübel, der Lkw-Verkehr zwischen Filstal und Remstal, bleibt weiterhin auf dieser Trasse und belastet die Anwohner - übrigens auch in Göppingen. Andererseits hat die Regierungsbehörde zu einem Instrument gegriffen, das sie bisher nicht anrühren wollte. Ein Nachtfahrverbot war tabu. Jetzt soll es kommen.

Was es bringt, muss sich zeigen. Aber es ist mehr als ein kleines Zugeständnis - es rüttelt an einer Grundfeste. Bisher galt: Eine Bundesstraße ist für den überörtlichen Verkehr da, die Anwohner haben sich damit abzufinden. Jetzt nimmt der Regierungsapparat auch die Belastung wahr, die eine solche Straße mit sich bringt.

Und es ist noch Spielraum drin. Die Kommunen an der B 297 können Tempo-30-Zonen beantragen, um dem Lkw-Verkehr auch tagsüber ein bisschen zu bremsen. Das konnten sie zwar bisher schon. Aber jetzt wird man ihnen anderes Gehör schenken. Wie schwer das bisher war, weiß man in Wäschenbeuren, das seit zehn Jahren eine Mini-Tempo-30 Zone in der Ortsmitte hat. Noch heute bekommt Bürgermeister Karl Vesenmaier Anfragen, wie Wäschenbeuren das damals geschafft hat.

Darüber hinaus bleibt festzustellen: Das Regierungspräsidium hat seine Hausaufgaben gemacht. Es ging ja darum, dem mutmaßlichen Mehr-Verkehr an Lkw, der vom Raum Stuttgart auf den Schurwald verdrängt wird, einen Riegel vorzuschieben. Der Ansatz ist der gleich wie in Stuttgart: Große Verkehrsachsen bleiben für den Lkw-Verkehr offen, kleinere werden dichtgemacht. Die große B 297 bleibt die Transitachse, nur nachts für den Verkehr von der A 8 zur A 7 gesperrt, an Landesstraßen gibts ein Durchfahrtsverbot. Sehr zur Freude der Wangener, die so eine Entlastung gar nicht erwartet haben. Verwunderlich nur, warum das nicht für die Landesstraße durch Hohenstaufen gilt.

Vielleicht kommt es ja noch. Das Regierungspräsidium hat zugesichert, dass es die Lkw-Verkehrsströme im Auge behalten und im Detail noch nachjustieren wolle. Ob es sein System der Verkehrslenkung infrage stellt, wenn der Tunnel in Schwäbisch Gmünd aufgeht und weiteren Verkehr auf die B 297 zieht, steht allerdings in den Sternen.

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