LEITARTIKEL · MARKETING: Tourismus als Chance begreifen

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Morgen geht in Stuttgart die CMT zu Ende. Auf der weltgrößten Reisemesse wurde auch kräftig die Werbetrommel für den Landkreis gerührt. Die Verantwortlichen in Tourismusbüros und -organisationen werden mit der Messepräsenz und der Publikumsresonanz zufrieden sein, denn die Ausflugsziele vor den Toren Stuttgarts locken seit eh und je Interessenten an die Messestände.

Festzustellen ist: Der Auftritt des Landkreises auf der CMT ist professioneller geworden. Das gilt nicht nur für den umgestalteten Stand der Stadt Göppingen und der Tourismusgemeinschaft Stauferland, sondern auch für die Präsenz des Landkreises und seiner Tourismusgemeinden. Die Stand-Rückwand aus Holzbrettern, verziert mit regionalen Produkten, sowie das "Landkreis"-Fenster mit davor stehendem Stammtisch waren Hingucker und hoben sich von einer umliegenden Einheits-Präsentation der Urlaubsregionen der Schwäbischen Alb wohltuend ab.

Der tolle Messeauftritt in Stuttgart kann allerdings die Schwächen und Mängel im Tourismus zwischen Fils und Alb nicht verleugnen. Bei allem Respekt vor werblichen Mühen mit Broschüren, Prospekten und Karten - die Strukturen vor Ort sind noch stark verbesserungswürdig. Der Gast von heute stellt Ansprüche (die in anderen Erholungsgebieten auch erfüllt werden). Der Tourist akzeptiert nicht, wenn mitten im Sommer Lokale wegen Betriebsferien geschlossen sind, wenn Wanderwege in Schlammlöchern enden oder - Schnee vorausgesetzt - eine Loipe mal nicht gespurt ist.

Ein Gast will an seinem Ausflugsziel gut aufgehoben sein, sich willkommen fühlen. Erholungssuchende dürfen nicht den Eindruck gewinnen, sie seien unerwünscht oder nehmen den Einheimischen gar etwas weg. Gäste sind unsere Kunden. Sie lassen Geld liegen - und das nicht zu knapp. 150 Euro sind es bei einem Übernachtungsgast. Geld, das der Wirtschaft im Kreis wieder zu Gute kommt. Handel und Handwerk partizipieren, Arbeitsplätze entstehen.

"Tourismusförderung ist reinste Wirtschaftsförderung", hat der Aalener Landrat Klaus Pavel auf der CMT gesagt. Recht hat er. Deshalb muss das Verständnis für Tourismus bei den Bürgern wachsen. Aufzeigen, welche Chancen dieser Wirtschaftszweig für jeden bereithält - auch das ist Aufgabe der Touristiker hier. Geld, das ins Innenmarketing gesteckt wird, ist bestens angelegt und erspart uns künftig imageschädigende Auseinandersetzungen um so manch gute touristischen Projekte.

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