Leitartikel · JUGENDSINFONIEORCHESTER: Großes Abenteuer Amerika

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Ein prachtvolles Ei haben sich die etwa hundert Musiker des Göppinger Jugendsinfonieorchesters da ins Osternest gelegt. Als europäischer Repräsentant nimmt das Ensemble am hochkarätig besetzten New York International Music Festival teil, wo es am Dienstag Dvoraks Sinfonie "Aus der Neuen Welt" aufführen wird. Und das nicht in irgendeinem Saal, sondern in der Carnegie Hall, in der Igor Strawinsky, Leonard Bernstein, Frank Sinatra, Bob Dylan und die Beatles legendäre Konzerte gaben.

Das Göppinger Flaggschiff auf großer Fahrt ins Kulturmekka der Neuen Welt - geht's noch besser für ein Nachwuchsorchester? Definitiv ja: Als eines von 15 jungen Ensembles ist das Sinfonieorchester zugleich für die Endrunde beim Deutschen Jugendorchesterpreis 2015 nominiert. Am Sonntag beim Jahreshauptkonzert in der Stadthalle präsentierte sich das Ensemble der Jury - und holte sich zugleich den letzten Schliff für die großen Auftritte in USA.

Bei dem namhaften Wettbewerb um den Deutschen Jugendorchesterpreis ist aber nicht nur musikalische Qualität gefragt. Beleuchtet wird zudem die eigenverantwortliche Umsetzung eines Konzertprojekts durch die Jugendlichen sowie die Gestaltung eines Programms. Es geht also darum, gemeinsam etwas zu erreichen. Und genau darin sind die Göppinger stark. Als Projektteam haben sie zusammen mit den Musiklehrern ihre Ideen entwickelt, die sie nun bis zum Sommer kreativ verwirklichen und moderieren.

Der Erfolg des Göppinger Aushängeschilds hat viele Väter und Mütter, denn ohne das (auch finanzielle) Engagement der Eltern und einiger Sponsoren wären die Reisen nach London, Wien oder New York, die das hohe Renommee auch im Ausland erst begründet haben, nicht leistbar.

Unerlässlich ist aber auch die Arbeit von Musikschulleiter Martin Gunkel, der das Orchester seit 1989 vom reinen Streichensemble zum erfolgreichen Jugendsinfonieorchester weiterentwickelt hat.

Nicht zuletzt die Musiker selber: Spielten sie nicht engagiert mit, wären alle sonstigen Mühen vergebens. Für ihre Interpretationen anspruchsvoller Werke erhalten sie immer wieder Auszeichnungen und Preise. Mit zusätzlichen Proben, viel Fleiß und noch mehr Ausdauer haben sie sich nun für Amerika und den Orchesterpreis fit gemacht, wobei viele parallel dazu noch Abiturprüfungen schrieben. Die New-York-Reise, das "große Abenteuer", wie Martin Gunkel es vor der Abreise nannte, ist dafür die verdiente Belohnung. Schon das allein ist ein Riesenerfolg. Was jetzt kommt, ist die Zugabe.

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