Lehrer im Korrekturstress

Doppelt so viele Abiturprüfungen wie sonst müssen die Lehrer im Kreis korrigieren. Das bindet viele Kapazitäten. Und die mündliche Prüfung steht bevor.

|

In doppelter Jahrgangsstärke legten die Abiturienten der allgemeinbildenden Gymnasien Ende März ihre schriftlichen Prüfungen ab: Die letzten G9-Schüler und der erste G8-Jahrgang traten gleichzeitig an. Was sie zu Papier brachten, muss nun zwei- bis dreifach korrigiert werden. Oft ist mehr als die Hälfte des Kollegiums mit dem Bewerten beschäftigt. Dazu kommt viel Papierkram. Das bedeutet für die Gymnasien eine personelle Herausforderung, berichtet Günter Roos, geschäftsführender Schulleiter der vier Göppinger Gymnasien. Vor Ostern fielen wegen der Erstkorrekturen an manchen Schulen einzelne Tage aus. Außerdem wurden Projekttage eingeschoben, um Lehrer-Kapazitäten frei zu haben. Die derzeit laufenden Zweitkorrekturen, die bis nächsten Mittwoch fertig sein müssen, werden an seinem Gymnasium ebenfalls mit einem Projekttag und Exkursionen oder Wandertagen abgefedert, so Roos. Das Freihof habe diesen Weg gewählt, um nicht über mehrere Tage ständig Kollegen für Vertretungen abstellen zu müssen. Denn das hätte sich wieder auf die Unterrichtsversorgung ausgewirkt.

Sein Kollege Friedrich Buchele, stellvertretender Schulleiter am Hohenstaufen-Gymnasium, das den mit 190 Schüler größten Abi-Doppeljahrgang hat, berichtet, man habe den betroffenen Kollegen wie vorgeschrieben für die aufwendigen Korrekturen frei gegeben. Alles sei aber über normale Vertretungen geregelt worden. Der Pflichtunterricht konnte aufrecht erhalten werden, wenn auch teilweise am Vormittag zusammengefasst. "Das lief tadellos", sagt Buchele.

Am Eislinger Erich-Kästner-Gymnasium hat man aus der Not eine Tugend gemacht. Die Schüler der Kursstufe eins haben zusammen mit nicht vom Abi tangierten Lehrern in der heißen Korrekturphase Projekte betreut, berichtet Schulleiter Michael von Hagen. Am Ende wurden sehr einfallsreiche Modenschauen, Filme oder Theaterstücke präsentiert. Diese Idee habe sich als ein großer Erfolg erwiesen.

Die nächste Herausforderung kommt bereits auf die Gymnasien zu. In vielen Fällen ist noch eine Drittkorrektur nötig. Und beim mündlichen Abitur Mitte Juni müssen die Lehrer nicht nur die eigenen Schüler prüfen, sie sind auch Teil der Prüfungskommission an anderen Schulen. Deshalb werden an vielen Gymnasien im Kreis weitere Sport- oder Wandertage eingeschoben. Angesichts der Masse der Abiturienten und der nötigen Prüfungsräume wäre regulärer Unterricht an zwei bis drei Tagen gar nicht möglich, berichten die Schulleiter. Alles sei aber gut vorbereitet, sagt Günter Roos. Einen Trost haben die Lehrer: Einen weiteren Doppeljahrgang wird es nicht so schnell geben.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

52-Jähriger tötet Freundin und springt von Autobahnbrücke

Ein kreisender Hubschrauber hat am Mittwochabend im oberen Filstal für Aufsehen gesorgt. Ein 52-Jähriger hatte sich vom Maustobelviadukt in den Tod gestürzt. Zuvor hatte er im Landkreis Ludwigsburg seine Freundin getötet. weiter lesen